
„Krone“:Wer macht so etwas? Einen kleinen Vogel mit den Beinen an einem Geländer festkleben, einer Ente eine Schnabelhälfte wegreißen. Wie kann man so sinnlos handeln und so grausam sein?
Sabine Puritscher: Für die Einschätzung einer solchen Verhaltensweise spielt das Alter des Täters eine große Rolle. Kleine Kinder verstehen einfach noch nicht, was passiert. Ihnen fehlt die Empathiefähigkeit. Anders ist es bei Kindern im Volksschulalter. Da geht es schon sehr oft um ein Gefühl von Mächtigkeit. Da steckt meist ein Defizit dahinter, das an Tieren ausgetobt wird. Es gibt einfach eine gewisse Menschengruppe, der es Spaß macht, wenn ihr ein anderes Lebewesen völlig ausgeliefert ist.
Kriminalisten warnen immer wieder, dass Tierquäler Zeitbomben sein können.
Sadisten werden sexuell erregt, wenn sie sich beispielsweise an einem Pferd vergehen. Daraus muss aber nicht zwangsläufig ein Brandstifter werden, bei denen ja das Motiv, einmal beachtet zu werden und im Mittelpunkt zu stehen, weit stärker ausgeprägt ist.
Wie sollen Eltern reagieren, wenn sie bemerken, dass ihr Kind Spaß am Quälen hat?
Es ist wichtig, genau hinzuschauen und den Grund herauszufinden, warum das Kind das gemacht hat. Für viele ist es eine Aggressionsabfuhr. Die meisten Tierquäler kommen ungeschoren davon, weil ihre Opfer nicht aussagen können.









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.