20.03.2022 14:49 |

Sinn fraglich

Fake-Video zeigt „russischen Angriff“ auf Berlin

Ein verstörendes Video macht aktuell in den sozialen Netzwerken die Runde. Das vermutlich mit einer CGI-Software erstellte Material zeigt einen Angriff auf die deutsche Bundeshauptstadt Berlin - Soundeffekte inklusive. Im Netz führt es eher zu Kopfschütteln, statt Solidarität mit der kriegsgebeutelten Ukraine weckt dieses Video eher Angstgefühle.

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Kampfjets über dem Brandenburger Tor, Bombeneinschläge im Fernsehturm - gepaart mit äußerst realistischen Soundeffekten. In dem Video wird Berlin zum Kriegsschauplatz und der geneigte Betrachter bekommt ungefähr einen Eindruck davon, wie sich die Bevölkerung der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion tagtäglich fühlt. Kein sehr angenehmes Gefühl, auch wenn es sich hier nur um die virtuelle Realität handelt.

„Geschmacklos und unnötig“
Wer der Urheber des Videos ist, ist ebenso unklar wie der Sinn und Zweck dahinter. Auch im Netz erntet das Machwerk eher Kritik: „Was soll das? Mit so einem Schwachsinn verunsichert man nur weite Teile der Bevölkerung“, schreibt ein User auf Twitter. „Empfinde das als geschmacklos und unnötig. Die Bilder aus der Ukraine sind wohl nicht schockierend genug?“, meint eine Userin.

Der Krieg in der Ukraine wird auch im Netz geführt, die russische Propaganda überschwemmt Kanäle mit Falschmeldungen und zensiert gleichzeitig alles, was nicht ins eigene Bild passt. Die Ukraine im Gegenzug bringt mit teils martialischen Bildern Durchhalteparolen in Umlauf. Den Überblick zu behalten, fällt selbst versierten Usern schwer.

So erkennen Sie Fake News
Fake-News-Expertin Ingrid Brodnig gibt gegenüber der „Krone“ folgende Tipps: „Oft werden alte Fotos und Videos einfach wiederverwendet oder aus dem Kontext gerissen. Bin ich mir unsicher, so frage ich mich: Welche Quelle hat diese Meldung gepostet? Es hilft, sich das Profil anzuschauen: Ist es sehr neu, welche Inhalte veröffentlicht es normalerweise? Dann überprüfe ich die konkrete Behauptung und die verwendeten Fotos, etwa mit einer Google-Suche. Immer auf Fakten zu achten, trainiert die Abwehrkräfte!“ Außerdem empfiehlt sie, „Nachrichten von Medienhäusern zu konsumieren, die Korrespondenten im Kriegsgebiet haben“.

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