15.03.2022 10:28 |

Energie & Geld sparen

Umweltschützer wollen Tempo 100 auf Autobahnen

Die Abhängigkeit von russischem Öl lässt sich nach Berechnungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace kurzfristig deutlich verringern. Größtes Potenzial sieht man im Verkehr und bringt daher ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen - zeitlich beschränkt auf die Dauer des Krieges - ins Spiel. „Rund zehn Prozent des Treibstoffverbrauchs und auch unsere CO₂-Emissionen könnten allein durch diesen kleinen Schritt eingespart werden“, sagt Clara Schenk von Greenpeace Österreich.

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„Es hätte tatsächlich eine relativ messbare Wirkung. Ein Tempolimit ist auch sozial sehr gerecht, weil ein bisschen langsamer fahren tut niemandem mehr weh als anderen“, so Schenk am Dienstag im Ö1-„Morgenjournal“.

Mehrere Maßnahmen angedacht
Ein Tempolimit sei eine Maßnahme von vielen, betont Schenk. Weitere wären notwendig - vor allem für Menschen, die aufs Auto angewiesen sind. In den Berechnungen der Umweltschützer wurden auch Schritte wie ein beschleunigter Einbau von Wärmepumpen, autofreie Sonntage, Verbot von Inlandsflügen, Absenken der Raumtemperatur um ein oder zwei Grad, Stärkung des Güterverkehrs per Bahn oder ein teilweiser Verzicht auf Freizeitfahrten mit dem Auto untersucht.

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Wenn man mit Tempo 100 auf der Autobahn unterwegs ist, hat man etwa 10 Prozent weniger Spritverbrauch als mit Tempo 130.

Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000

Sprit und Geld sparen durch langsameres Fahren hält auch Johannes Wahlmüller von GLOBAL 2000 für sinnvoll. „Prinzipiell ist die Verringerung des Tempos eine sehr einfach und kostengünstige Maßnahme, um sowohl CO₂-Emissionen einzusparen als auch den Spritverbrauch zu reduzieren. Wenn man mit Tempo 100 auf der Autobahn unterwegs ist, hat man etwa zehn Prozent weniger Spritverbrauch als mit Tempo 130.“ Wahlmüller beruft sich dabei auf Berechnungen des Umweltbundesamtes.

Dazu komme, dass ein Tempolimit den Treibstoffbedarf recht schnell senken könnte. „Im Gegensatz zur Umstellung auf Elektromobilität oder große Investitionen in den öffentlichen Verkehr, ist das eine Maßnahme, die sofort wirkt und helfen kann, Treibstoff einzusparen und die Emissionen zu reduzieren.“

VCÖ: Verkehrssicherheit steigt durch Tempolimits 
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hält ebenfalls ein Tempolimit für sinnvoll, das gehe schnell und koste nichts, erklärt Sprecher Christian Gratzer. „Tempolimits sind eine Maßnahme, die sehr rasch umsetzbar sind, nichts kosten in der Umsetzung, sehr schnell wirken und zusätzlich den Autofahrern eine große Kostenersparnis bringen.“ Insgesamt, so Gratzer, würden mit niedrigerem Tempolimit nicht nur der Treibstoffverbrauch und die Kosten sinken, sondern auch die Verkehrssicherheit steigen.

Politisch gehen die Vorschläge in eine ganz andere Richtung - nämlich den Preis für Treibstoff niedrig zu halten. Die Autofahrerklubs ARBÖ und ÖAMTC, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Gewerkschaft sowie SPÖ und FPÖ haben allesamt ein Senken von Steuern und Abgaben auf Treibstoffe oder eine höhere Pendlerpauschale gefordert.

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