16.12.2021 22:30 |

„Absurdität aufzeigen“

Tanga statt Maske: Passagier aus Flugzeug geworfen

Weil er sich anstelle einer Schutzmaske einen roten Tanga über das Gesicht zog, ist ein Fluggast in den USA vor dem Start aus der Maschine geworfen worden. Der 38-Jährige wollte von Fort Lauderdale im US-Staat Florida in die Hauptstadt Washington fliegen. Mit der ungewöhnlichen Gesichtsbedeckung wollte er gegen die Maskenpflicht in Flugzeugen protestieren. „Die beste Art, Absurdität aufzuzeigen, ist mit Absurdität“, erklärte er die Beschaffenheit seines „Mundschutzes“, bevor er wieder aussteigen musste.

Die Maskenpflicht sei außerdem „Unsinn“, „dumm“ und „Theater“ - schließlich wisse das Coronavirus nicht, „dass wir uns in Flughöhe befinden“, so Adam Jenne. Allerdings hat die geltende Maskenpflicht vielmehr damit zu tun, dass über Stunden viele Menschen auf engsten Raum beieinander sitzen. Kein plausibles Argument für den 38-Jährigen: „Ihre Rechte enden dort, wo meine beginnen. Sie haben mir nicht zu sagen, wie ich mich zu verhalten habe“, wetterte er an Bord - vergeblich, er musste das Flugzeug wieder verlassen.

Vergleich mit Rosa Parks
Der Mann verglich sich auf NBC2 sogar mit der US-Bürgerrechtsikone Rosa Parks. Die Afroamerikanerin hatte 1955 im Südstaat gegen die Rassentrennung protestiert, indem sie sich weigerte, von einem Sitzplatz in einem für weiße Fahrgäste reservierten Bereich eines Busses aufzustehen. Wandel in den USA sei immer von „normalen Menschen“ ausgegangen, sagte der Fluggast. „Rosa Parks war nicht berühmt. Sie hat den Gang der Geschichte verändert.“

Passagier musste auch schon aus Delta-Maschine
Nachdem der Mann aus der Maschine geworfen wurde, verließen seinen Angaben zufolge mehrere weitere Passagiere das Flugzeug. Andere wiederum zeigten ihre Solidarität mit Jenne und versuchten, das Bordpersonal davon zu überzeugen, ihn doch noch mitfliegen zu lassen. Jenne sagte nach dem Vorfall, dass er auch schon einmal einen Flug mit Delta Airlines verlassen musste, weil er Unterwäsche als Gesichtsmaske trug.

United Airlines lobte das Verhalten der Crew. „Der Kunde hielt sich eindeutig nicht an die von den Bundesbehörden verhängte Maskenpflicht“, erklärte die Fluggesellschaft. Es sei begrüßenswert, dass die Besatzung das Thema noch vor dem Start angegangen sei und damit mögliche Probleme während des Flugs verhindert habe. Unklar bleibt allerdings, wie Jenne mit seinem Tanga am Check-in vorbeikommen und das Boarding erfolgreich hinter sich bringen konnte ...

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