15.12.2021 13:33 |

Protest-Aktion in Graz

Gesundheitspersonal am Limit: „Es braucht Taten!“

Vor wenigen Wochen hat im ganzen Land Spitalspersonal fünf nach 12 Uhr für bessere Arbeitsbedingungen protestiert - direkt vor den Toren der Krankenhäuser. Am Mittwoch ging man wieder auf die Straße, diesmal in die Grazer Innenstadt. Die Schar der Demonstranten war deutlich kleiner, die Botschaften und Hilferufe waren aber ebenso dramatisch. 

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„Die Situation ist sehr angespannt. Wir können teilweise Betten in den Heimen nicht belegen oder Kunden der mobilen Dienste nicht versorgen, weil das Personal fehlt“, sagt Beatrix Eiletz, Gewerkschafts-Landesvorsitzende bei den Gesundheits- und Sozialberufen. Sie war eine der Organisatoren der Demo Mittwochmittag beim Eisernen Tor in Graz.

Diplomierte Krankenpflegerin arbeitet nun an der Kassa
Immer mehr Mitarbeiter würden aufgeben und den Beruf verlassen. „Eine diplomierte Krankenpflegerin arbeitet jetzt an der Kassa im Supermarkt. Sie sagt, sie verdient zwar weniger, hat aber auch weniger Verantwortung und Frust“, berichtet Eiletz. Den ganzen Herbst über macht die Pflegebranche bereits lautstark auf die prekären Verhältnisse aufmerksam. Eiletz sieht dennoch wenig Bewegung in der Politik. „Es gibt ständig Pflegegipfel und Task-Forces. Wir brauchen aber Taten!“

„Corona ist nicht die Ursache“
Diese Ansicht vertritt auch Michael Tripolt, Zentralbetriebsratsvorsitzender bei der Spitalsgesellschaft Kages. „Die Kollegen sind am Limit. Corona ist nicht die Ursache, hat das Ganze aber verstärkt.“ Aktuell gibt es alleine am Klinikum in Graz 69 gesperrte Betten - „auch damit die Mitarbeiter nicht völlig ausbrennen“. Künftig rechnet Tripolt durchschnittlich mit einer dreistelligen Zahl an gesperrten Betten.

Arbeitszeit-Reduktion als „Notmaßnahme“
Nicht nur in den Landesspitälern ist die Situation angespannt, sondern etwa auch im Spital der Barmherzigen Brüder in Graz, wie Betriebsrat Hans Jürgen Taschner von der Gewerkschaft Vida berichtet. „Wir verlieren Mitarbeiter, bekommen aber nur schwer neue.“ Viele Kolleginnen und Kollegen würden die Arbeitszeit „als Notmaßnahme“ reduzieren. 

Die Dienstplan-Stabilität ist schon vor der Pandemie nicht gegeben gewesen, nun sei die Lage noch schwieriger. Dasselbe gilt für die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie. Es wird wohl nicht der letzte öffentliche Hilferuf aus dem Gesundheitsbereich sein ...

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