Geldstrafen drohen

Falsches Futter bringt Schwänen & Co. den Tod

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht - das gilt auch für das Verteilen von Essen an Wasservögel. Und: Es drohen Strafen!

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Wohlmeinende Menschen, die mit Säcken voll altem Brot Wasservögel füttern, sind – leider immer noch – ein alltäglicher Anblick. Gerade mit Kindern ist „Enten füttern“ eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Leider trügt das Bild. Denn das Füttern von Wasservögeln mit Getreide, altem Gebäck oder sogar Resten vom letzten Mittagessen ist falsch verstandene Tierliebe – außerdem ist es verboten!

Füttern schadet Tieren, Menschen und Umwelt
Da es sich um kein artgerechtes Futter handelt, wird es von den Vögeln sehr schlecht vertragen. Ist das Futter bereits verdorben, bedeutet das für viele Tiere das Todesurteil. Durch die unnatürlich großen Vogelansammlungen, die beim Füttern entstehen, können Seuchen und Krankheiten leichter übertragen werden. Hinzu kommt: Intensive Fütterung lockt zahlreiche Wasservögel an, die mit ihrem Kot die Wassergüte erheblich beeinträchtigen. Übrig gebliebene Futterreste belasten das Wasser schwer.

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Wer Wasservögel liebt, füttert sie nicht! Für die Tiere kann die Gabe von altem Brot oder anderen Speiseresten lebensbedrohliche Folgen haben!

Mag. Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien

Gerald Loew, Abteilungsleiter der Stadt Wien, Wiener Gewässer: „Das Ausbringen von Nahrungsmitteln am Ufer oder im Wasser schadet nicht nur den Tieren selbst, sondern hat auch besonders negative Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht eines Gewässers!“

Wer Essen ins Wasser wirft, macht sich strafbar
Die Magistratsabteilung Wiener Gewässer (MA 45) und die Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) appellieren eindringlich an die Bevölkerung, auf das Füttern der Vögel zu verzichten und sich vom Ufer aus am Anblick der Tiere zu erfreuen. Wer Wasservögel füttert und Lebensmittel ins Wasser wirft, verstößt zudem gegen das Wiener Reinhaltegesetz. Bei Rechtsverletzung können Strafen in der Höhe von mindestens 50 Euro verhängt werden.

Der Wiener Naturfotograf Leopold Kanzler zeigt mit aktuellen Aufnahmen, wie rücksichtslos Wiener Lebensmittel ins Wasser befördern (Bild oben). Solch eine Aktion kann auch für Menschen lebensbedrohlich sein: Der bekannte Eisschwimmer Josef Köberl wurde vor fünf Jahren während seines Trainings unter dem Georg-Danzer-Steg in Wien 21 von einem Sack voll mit altem Brot und Semmeln am Kopf getroffen - aus etwa zehn Meter Höhe! Ohne seine Schwimmboje hätte der Sportler den Unfall möglicherweise nicht überlebt.

Wildtierservice Wien
Tel.: 01 4000 490 90

Diana Zwickl
Diana Zwickl
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