20.11.2021 23:10 |

„Harte Reise“

Das sagt der Kenosha-Todesschütze nach Freispruch

Kyle Rittenhouse hat zwei Menschen getötet. Aber es war Notwehr, hat das Gericht geurteilt. Aus diesem Grund ist der 18-Jährige am Freitag freigesprochen worden. Während die rechte Szene das Urteil feiert und Rittenhouse als Helden verehrt, kam es in zahlreichen US-Städten zu Protesten von „Black Lives Matter“- und Antifa-Aktivisten. In einem Interview verteidigt der junge Mann sein Handeln und freut sich über das „Ende einer harten Reise“.

„Die Geschworenen haben das richtige Urteil gefällt - Selbstverteidigung ist nicht illegal“, sagte Rittenhouse in vorab veröffentlichten Auszügen aus einem Interview mit dem Fernsehsender Fox. Er sei erleichtert, dass seine „harte Reise“ zu einem Ende gekommen sei. „Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist. Wir haben den schwierigen Teil überstanden“, fügte Rittenhouse in den Ausschnitten des Interviews hinzu, das Fox direkt nach dem Freispruch aufgenommen hatte und am Montag in voller Länge senden will.

Todesschüsse bei Anti-Rassismus-Protest
Der damals 17-Jährige hatte bei Anti-Rassismus-Protesten in Kenosha (US-Staat Wisconsin) zwei Demonstranten erschossen und einen dritten schwer verletzt. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten von den Vorwürfen des Mordes, des Totschlags, des versuchten Mordes und der Gefährdung anderer frei.

Der Prozess war politisch höchst aufgeladen, da er im Zusammenhang mit den „Black Lives Matter“-Protesten vom vergangenen Jahr stand. Rittenhouse gilt in rechten Kreisen als eine Art Galionsfigur. Dort wurde verbreitet, Rittenhouse sei zu den Protesten gefahren, um dort als Sanitäter zu helfen oder Geschäfte vor Plünderungen zu schützen.

Verletzter räumt ein, Waffe auf Angeklagten gerichtet zu haben
Die Anwälte des 18-Jährigen hatten vor Gericht argumentiert, der Jugendliche habe in Notwehr gehandelt, weil er von Demonstranten angegriffen worden sei. Auf Videoaufnahmen war unter anderen zu sehen, wie ein Mann Rittenhouse mit einem Skateboard schlug. Ein von Rittenhouse verletzter Mann räumte vor Gericht ein, selbst eine Waffe auf den Teenager gerichtet zu haben. Die Staatsanwaltschaft erklärte dagegen, Rittenhouse habe die Gewalt als selbst ernannter „Hilfspolizist“ selbst provoziert. Er hätte nie mit einem Sturmgewehr nach Kenosha reisen dürfen.

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