15.12.2004 10:36 |

NHL-Lockout

Gegenvorschlag der Liga abgelehnt

Der Ausfall der kompletten Saison in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL ist kaum noch zu verhindern. Auch eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Spielergewerkschaft und Ligaführung brachte am Dienstag (Ortszeit) in Toronto keine Einigung im schon drei Monate dauernden Arbeitskampf.
NHL-Chef Gary Bettman lehnte den Gewerkschaftsvorschlageiner pauschalen 24-prozentigen Gehaltskürzung für alleProfis wie erwartet ab und beharrt weiter auf einer Einkommens-Obergrenze.Dies wiesen die Profivertreter ihrerseits zurück. WeitereGespräche wurden nicht vereinbart. Sogar der kanadische PremierministerPaul Martin bot seine Hilfe an, beide Seiten hatten aber schonzuvor erklärt, auf einen externen Vermittler verzichten zuwollen.
 
Deadline rückt näher
Da eventuelle Spiele frühestens nach einem Vorlaufvon etwa sechs Wochen beginnen könnten, wird die Zeit füreine Einigung knapp. Als letzter Termin dafür gilt der Januar.Weil die Positionen trotz des Ausfalls von mittlerweile schonmehr als 400 Begegnungen und der Absage des traditionellen All-Star-Spielsaber verhärtet sind, könnte nun die komplette Saisondem Arbeitskampf zum Opfer fallen. Er hat dazu geführt, dassinzwischen fast 300 NHL-Profis zu europäischen Vereinen gewechseltsind.
 
"Wir kennen nur eine Möglichkeit, unsere Problemezu lösen, falls nicht wundersamerweise noch jemand mit einemanderen Vorschlag kommt. Aber da bin ich höchst skeptisch",sagte Bettman, der auch eine Luxussteuer für Clubs ablehnte,die gewisse Grenzen im Gehaltsbudget überschreiten. Einegenerelle 24-prozentige Kürzung entlaste die 30 Teams, vondenen viele Verluste einfahren, nur kurzfristig.
 
"Salary Cap" weiter Stein des Anstoßes
Insgesamt sollen die Clubs nach dem Willen der NHLzwischen 34 und 39 Millionen Dollar pro Saison für Spielergehälterausgeben. Die Pittsburgh Penguins und die Nashville Predatorsliegen sogar unter dieser Grenze, andere wie die Toronto MapleLeafs und die Detroit Red Wings dagegen erheblich darüber.Während Einigkeit über ein Minimalgehalt von 800.000Dollar besteht, müssten die 41 Spieler mit einem Jahreseinkommenvon mindestens fünf Millionen Dollar Einbußen von 35Prozent hinnehmen. Bei geringeren Gehältern fällt dergestaffelte Abschlag kleiner aus, das Minimum sind aber 15 Prozent.Laut NHL soll dies über drei Jahre eine Kostenentlastungvon 509 Millionen Dollar einbringen.
Freitag, 18. Juni 2021
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