01.11.2021 15:20 |

Weltweite Gefahr

Grönland: Eisschmelze erhöht Überschwemmungsrisiko

Grönlands Eisschild ist einer neuen Studie zufolge in den vergangenen zehn Jahren um etwa 3,5 Billionen Tonnen geschmolzen und hat damit den Meeresspiegel um einen Zentimeter ansteigen lassen. Die Schmelze von 2011 bis 2019 setze Küstenregionen weltweit einem höheren Risiko von Überschwemmungen aus.

Laut der am Montag in der Zeitschrift „Nature Communications“ veröffentlichten Studie fielen allein zwei Drittel davon in den Hitzesommern 2012 und 2019 an. Dies weise darauf hin, dass Hitzewellen infolge der Klimaerwärmung eine besonders große Rolle bei der Eisschmelze spielen.

527 Milliarden Tonnen Eis verloren
Für die Studie hatten die Forscher erstmals Satellitendaten der Europäischen Raumfahrtagentur ESA ausgewertet. Diese halfen ihnen, den tatsächlichen Verlust in einem bestimmten Jahr schnell und genau abzuschätzen und die Auswirkungen auf den Anstieg des Meeresspiegels umzurechnen. Unter anderem fanden sie heraus, dass 2012, als ungewöhnlich warme Luft wochenlang über dem Eisschild gehangen hatte, 527 Milliarden Tonnen Eis verloren gingen.

Anstieg des Meeresspiegels zwischen drei und 23 Zentimeter
Mit einer Fläche von fast 1,8 Millionen Quadratkilometern ist Grönlands Inlandeis der zweitgrößte Eisschild nach der Antarktis. Es bereitet den Wissenschaftern besondere Sorge, da die Erwärmung in der Arktis dreimal so schnell verläuft wie in anderen Teilen der Welt. Modellschätzungen weisen darauf hin, dass Grönlands Eisschild „bis zum Jahr 2100 zwischen drei und 23 Zentimeter zum weltweiten Anstieg des Meeresspiegels beitragen wird“.

Marshallinseln in 50 Jahren weg, wenn kein Erfolg
Die Marshallinseln im Pazifik etwa warnen bereits vor ihrem Untergang, falls die Weltgemeinschaft im Kampf gegen den Klimawandel versagt. „Wir sind ein Land, das nur zwei Meter über dem Meeresspiegel liegt“, sagte die Klima-Botschafterin des Inselstaats, Tina Stege. Derzeit drohe ein Meeresspiegelanstieg von 0,5 Metern mit jährlichen Überschwemmungen. „Wir müssen hoffen, dass wir eine Zukunft haben.“

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