25.10.2021 22:37 |

Er war Ersthelfer

Mann fünf Jahre nach Berlin-Anschlag gestorben

Rund fünf Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ist ein Ersthelfer gestorben. Der 49-Jährige sei bereits am 5. Oktober gestorben und inzwischen an seinem letzten Wohnort in Troisdorf bei Bonn beigesetzt worden, so sein Ehemann Montagabend. Damit sind infolge des Terroranschlags mittlerweile 13 Menschen gestorben. Der Mann war unmittelbar nach dem Anschlag am 19. Dezember 2016 Besuchern des Marktes zu Hilfe geeilt.

Dabei wurde er mutmaßlich von einem Balken getroffen und schwer am Kopf verletzt. Seither musste er rund um die Uhr betreut werden. Sein Mann sei an einer Infektionskrankheit infolge der Langzeiterkrankung gestorben, teilte der Witwer nun mit.

Name soll bei Gedenkstelle angeführt werden
Astrid Passin, die im Namen mancher Opfer und Hinterbliebenen spricht, wandte sich nun mit einem Brief an die Berliner Senatskanzlei. Darin bittet sie, dass der Name des nun gestorbenen 49-Jährigen ebenfalls auf den Stufen der Gedenkstelle bei der Berliner Gedächtniskirche angeführt wird. In dem Schreiben an die Abgeordneten und die Senatskanzlei wünscht sie sich eine „unbürokratische Umsetzung bis zum 5. Jahrestag am 19. Dezember“.

Attentäter Anis Amri von der Polizei erschossen
Der Tunesier Anis Amri hatte am 19. Dezember 2016 in Berlin einen Lastwagenfahrer erschossen. Mit dessen Fahrzeug raste er über den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, wo weitere elf Menschen starben. Der abgelehnte Asylbewerber war den Behörden schon vorher als islamistischer Gefährder aufgefallen. Nach dem Attentat floh er nach Italien, wo er von der Polizei erschossen wurde.

Der Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses kam nach vierjähriger Prüfung zu dem Schluss, dass zahlreiche Fehler in verschiedenen Sicherheitsbehörden in Berlin und im Bund den Anschlag ermöglicht haben. Entscheidend sei vor allem die Fehleinschätzung des abgelehnten Asylbewerbers Amri im Sommer 2016 gewesen.

Ein Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestags hatte unter anderem die Rolle des Bundeskriminalamtes analysiert und dort ebenfalls gravierende Fehleinschätzungen des Attentäters festgestellt.

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