26.10.2021 05:55 |

Widerstand im Blut

Asterix und Obelix, die Österreicher

Ein kleines Dorf Unbeugsamer wehrt sich einem übermächtigen Gegner: Asterix ist gegen Autoritäten und vor allem gegen die Unterdrückung - und damit nicht nur in seinem Heimatland Frankreich DAS Symbol dafür, was Widerstand bedeutet. Denn auch uns Österreichern sprechen die eigenwilligen Gallier seit mittlerweile mehr als 60 Jahren förmlich aus der Seele.

In den USA kennt Asterix kaum jemand. Seinem Zeichner, Didier Conrad, zufolge können sich die Amerikaner nicht mit einem kleinen Dorf in Gallien identifizieren. In Österreich tun wir das hingegen schon seit Generationen hingebungsvoll und mit viel Liebe. So ist es wenig verwunderlich, dass die Comic-Alben der Unbeugsamen von Vorarlberg bis Wien zu den großen Verkaufsschlagern der Popkultur zählen und jeder neue Band weggeht, wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Widerstandsgeschichte mit ironischen Sichtweisen auf das Leben
Die gallische „Widerstandsgeschichte“ ist wohl auch deshalb so leicht auf die Alpenrepublik übertragbar, weil sich Asterix & Co. so äußerst unterhaltsam mit ironischen Sichtweisen auf das Leben und die Gesellschaft präsentieren. Und Widerstand, so viel steht fest, ist ein besonderes Talent der Österreicher. Die Tatsache, dass es manchmal auch der Widerstand dummer Menschen ist - in den Asterix-Abenteuern, wie eben auch mal in der Realität - tut der rot-weiß-roten Liebe für die Gallier dabei keinen Abbruch.

Was heute vielleicht nur noch Wenige wissen: Asterix und Österreich verbindet ein für unser kleines Land im Herzen Europas historisch enorm wichtiger Widerstand. Nämlich jener gegen die Atomkraft. Gleich dem gallischen Dorf und den römischen Belagerern ist Österreich von einem Kontinent der Atomkraftwerke eingekesselt. Und wie die Gallier gegen Cäsars Truppen, ist die Alpenrepublik dem ungleichen Kampf gegen die nukleare Übermacht auch nach Jahrzehnten nie müde geworden.

David gegen den „Atom-Goliath“
In der realen Welt manifestierte sich dieser Widerstand in der Geschichte „Asterix und das Atomkraftwerk“. Der Comic der Atomgegner entstand 1978 in Wien als „durchaus unterhaltsames Sprachrohr und Spiegel der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung“ kurz vor der Zwentendorf-Volksabstimmung, wie es 2019 in einem Ausstellungstext in Salzburg (wo übrigens im selben Jahr auch das große Treffen deutschsprachiger Asterix-Fans stattfand) hieß. Inmitten von heimlichem Druck von Auflagen mehrerer Tausend Exemplare, von Klagen und Gerichtsverfahren erlangte der Comic aus Wien als Raubkopie rasch internationale Verbreitung.

In Bild- und Textpassagen zeigte der anonyme Verfasser, medial seither unter dem Pseudonym „Scheißdanix“ bekannt, wie der römische Kaiser und die Widerspenstigen über den geplanten Reaktor in Zwentendorf streiten und die „Davids“ schließlich gegen „Goliath“ gewinnen. Das Ringen um Österreichs Einstieg in die Atomenergie hätte wohl nicht treffender erzählt werden können. Die erfolgreiche Comic-Figur Asterix diente als perfekte Vorlage, um möglichst viele Menschen mit der Anti-Atom-Botschaft zu erreichen.

Wunsch nach Figur mit „etwas Österreichischem“
Zurück zum echten Asterix, stellt sich schon seit den ersten Alben seiner Väter René Goscinny und Albert Uderzo die Frage, ob es den Gallier auf seinen Reisen eines Tages nach Österreich verschlagen wird. Auch wenn es Österreich als Land in der Antike noch nicht gab, kann sich der aktuelle Autor Jean-Yves Ferri durchaus vorstellen, „etwas Österreichisches“ in einer Figur finden, wenn die Handlung in unserer Region spielt.

Asterix und Kumpel Obelix fehlt in der Zwischenzeit eigentlich nur noch die Ehrenstaatsbürgerschaft, um als waschechte Österreicher zu gelten. Beim obligatorischen Bankett wird dann auf jeden Fall Wildschein aufgetischt!

Schmeggs! Asterix spricht auch Mundart
Ob Wienerisch, Steirisch oder Tirolerisch: Die Mundart-Reihe der Abenteuer von Asterix und Obelix erfreut sich auch in Österreich seit Jahrzehnten anhaltend großer Beliebtheit. Wer hierzulande aller schon den Galliern und Römern seinen Heimatdialekt in die Sprechblasen legen durfte, lesen Sie hier. Noch nie einen Mundart-Band von Asterix & Co. gelesen? Bein Jupita! Wo isn ea augrennd?

Gewinnen Sie signiertes Asterix-Album!
krone.at feiert das soeben erschienene 39. Asterix-Album mit einem ganz besonderen Gewinnspiel: Neben 20 x 1 Exemplaren von „Asterix und der Greif“ hat uns Autor Jean-Yves Ferri für einen glücklichen „Krone“-Leser ein Exemplar des neuen Abenteuers signiert und mit einer Zeichnung versehen! Nutzen Sie ihre Chance auf dieses einmalige Sammlerstück, das wohl das Herz eines jeden Fans der unbeugsamen Gallier höherschlagen lässt!

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