Ungeimpfte Tiere

Veterinäre warnen vor Einfuhr der Tollwut

Anlässlich des Welt-Tollwut-Tages am 28. September warnen Tierärzte vor der illegalen Einfuhr von Haustieren. „Die Corona-Pandemie hat einen Haustier-Boom ausgelöst, der bedauerlicherweise den grenzüberschreitenden, teils auch illegalen Handel mit Haustieren befeuert hat. Diese Tiere sind sehr häufig nicht gegen Tollwut geimpft. Wir Tierärzte warnen daher vor den damit verbundenen Gefahren für Mensch und Tier“, betont Tierärztekammerpräsident Kurt Frühwirth.

Die Tollwut ist eine virale Infektionskrankheit, die meist über Bisse von infizierten Tieren übertragen wird, so Frühwirth, und stellt damit eine gravierende Bedrohung für Menschenleben dar. Obwohl Österreich – dank funktionierender Impf- und Kontrollprogramme - seit 2008 als tollwutfrei gilt, muss bei Reisen ins Ausland beziehungsweise bei Verbringung von Hunden aus Ländern mit Tollwut gewarnt werden. Zu den Tollwutgebieten zählen leider immer noch beliebte Reiseländer wie die Türkei, die Staaten des ehemaligen Jugoslawiens sowie die Baltischen Staaten.

Fakten

  • Weltweit werden über 95 Prozent der Tollwutfälle beim Menschen durch den Biss eines tollwutinfizierten Hundes ausgelöst
  • Die Viren greifen das zentrale Nervensystem an und lösen eine Gehirnentzündung aus
  • Für den Menschen ist Tollwut lebensgefährlich und endet meist tödlich
  • Einzig eine Impfung, die rechtzeitig vor oder unmittelbar nach Kontakt oder Biss durch ein tollwutinfiziertes Tier verabreicht wird, kann die Ansteckung bzw. einen Krankheitsausbruch verhindern
  • Österreich ist seit dem Jahr 2008 tollwutfrei!

Durch den illegalen Welpenhandel wird das Risiko deutlich erhöht, ein tollwutinfiziertes nicht geimpftes Tier ins Land zu bringen. „Eine Tollwutimpfung ist für die Einfuhr von Hunden, Katzen und Frettchen in die EU verpflichtend vorgeschrieben. Doch auch darüber hinaus ist es wichtig, den Tollwutschutz zu überprüfen. Wer einen Hund oder eine freilaufende Katze hält, sollte den Impfschutz des Tieres regelmäßig auffrischen lassen,“ betont Frühwirth und meint abschließend: „Lediglich eine hohe Durchimpfungsrate kann einen entsprechenden Schutz bieten und hat deshalb größte Bedeutung. Die Impfung sollte nicht vernachlässigt werden, gerne steht Ihnen Ihr Tierarzt beratend zur Seite.“

Tollwutbekämpfung rettet Leben
Nach einer Schätzung der WHO sterben jährlich 55.000 Menschen an Tollwut. Weltweit werden jährlich mehr als 15 Millionen Menschen aufgrund des Verdachts, sich der Tollwut ausgesetzt zu haben, behandelt, wodurch schätzungsweise 327.000 durch Tollwut bedingte Todesfälle verhindert werden. Der Welt-Tollwuttag ist eine internationale Kampagne der vereinten Nationen (UN), die jährlich am 28. September durchgeführt wird. Der 28. September ist der Geburtstag von Louis Pasteur, der in Zusammenarbeit mit seinen Kollegen den ersten wirksamen Tollwut-Impfstoff entwickelt hat.

 Tierecke
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Mittwoch, 20. Oktober 2021
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