17.09.2021 07:00 |

Tiroler Bergrettung

„Behörden haben uns nicht als Partner betrachtet“

Eine äußerst zwiespältige Bilanz zieht die Tiroler Bergrettung nach Abschluss des grenzüberschreitenden START-Projektes mit Projektpartnern vor allem aus Südtirol, Italien und Kärnten. Die bürokratischen Hürden hätten das Erreichte überschattet, die prüfenden Instanzen viele unnötige Steine in den Weg gelegt.

Im Rahmen des Interreg-Projektes „Smart Test of Alpine Rescue Technology“ (START) hat die Bergrettung Tirol von 2017 bis 2021 unter anderem zusammen mit der Bergrettung im Alpenverein Südtirol, im italienischen Alpenverein, der Bergrettung Veneto (Abteilung Belluno) und der Universität Klagenfurt 2017 eine tiefe und zukunftsweisende Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen gestartet.

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Es wurden Entwicklungen im alpinmedizinischen Bereich vorangetrieben, wir hielten gemeinsame Übungen ab, außerdem wurden alpine Rettungstechnologien getestet.

Ekkehard Wimmer

Die Erarbeitung eines Ausbildungshandbuches ermögliche es laut Ekkehard Wimmer, Projektkoordinator für die Tiroler Bergrettung, Vergleiche zwischen den verschiedenen Bergrettungen zu ziehen. All das habe die Bergrettungsarbeit weitergebracht – auch jene über die Grenzen nach Südtirol bzw. Italien hinweg. „Unabhängig von den konkreten Entwicklungen haben wir ein wertvolles Netzwerk untereinander gesponnen“, betont Wimmer. Die entstandenen Kanäle würden weiter gepflegt und seien von großer Bedeutung.

„Nein“ zu weiterem Bürokratie-Projekt
An einem möglichen weiteren Interreg-Projekt will sich die Tiroler Bergrettung allerdings nicht mehr beteiligen. „Der bürokratische Aufwand war leider unerwartet enorm“, ärgert sich Tirols Bergrettungschef Hermann Spiegl. Dieser Aufwand habe jenen für die tatsächlichen Inhalte beinahe überschritten, betont auch Projektkoordinator Ekkehard Wimmer.

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Der bürokratische Aufwand war leider unerwartet enorm.

Hermann Spiegl

„Die prüfenden Instanzen und das Land Tirol haben uns viele Steine in den Weg gelegt“, bedauert Spiegl. Ein Blick über den Brenner zeige hingegen ein konträres Bild. „Unsere Südtiroler Kollegen bekamen deutlich mehr Unterstützung von Seiten des Landes“, weiß Spiegl.

Weitere Kooperationen mit italienischen Bergrettungen
Auf Euregio-Projekt-Ebene will man hingegen weiterhin mit den Kollegen jenseits des Brenners zusammenarbeiten. „Die Bergrettungen im Südtiroler Alpenverein und im italienischen Alpenverein sowie jene von Trentino und wir haben bereits eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet“, freut sich Hermann Spiegl. In diesem Rahmen sollen dann wieder grenzüberschreitende, gemeinsame Übungen und Veranstaltungen über die Bühne gehen.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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