07.09.2021 02:01 |

Bericht über Syrien:

Geheimdienste foltern zurückgekehrte Flüchtlinge

Ein neuer Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty über Syrien schockiert. Demnach seien von Geheimdiensten „schwerste Menschenrechtsverletzungen“ an 66 in die Heimat zurückgekehrten Flüchtlingen, darunter 13 Kindern, begangen worden. Neben Inhaftierungen, Folter und sexualisierter Gewalt habe es auch fünf Todesfälle gegeben. 

In 17 weiteren Fällen sei der Verbleib der Menschen bis heute nicht bekannt. „Die militärischen Auseinandersetzungen mögen in zahlreichen Landesteilen nun nachgelassen haben - die systematischen Menschenrechtsverletzungen der syrischen Regierung, wie Misshandlungen, Folter und Mord, gehen aber weiter“, erklärte der Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, Markus N. Beeko.

„Syrien ist nirgendwo für Rückkehrende sicher“
Der Bericht mit dem Titel „You‘re going to your death“ (Du gehst deinem Tod entgegen) belege, „dass syrische Behörden weiter schwerste Menschenrechtsverletzungen begehen“. Syrien sei nirgendwo für Rückkehrende sicher. „Die Geheimdienste haben es gezielt auf zurückgekehrte syrische Flüchtlinge abgesehen - sie sind in besonderer Gefahr“, warnte Beeko. „Es verstößt gegen das Völkerrecht, Menschen in ein Land abzuschieben, in dem sie Gefahr laufen, verschleppt und gefoltert zu werden“, betonte Beeko. Genau das sei aber bei Syrien der Fall. Er forderte europäische Regierungen auf, auf Länder wie die Türkei und den Libanon einzuwirken, damit diese Flüchtlinge nicht nach Syrien abschieben.

Der Bericht dokumentiert laut Amnesty Menschenrechtsverletzungen an Flüchtlingen, die zwischen Mitte 2017 und Frühjahr 2021 unter anderem aus Deutschland, Frankreich, der Türkei, Jordanien und dem Libanon nach Syrien zurückgekehrt sind. Die Organisation führte dutzende Interviews mit Syrern, darunter Rückkehrenden oder deren Angehörigen.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).