Forderungen an Politik

Hilfswerk schlägt Alarm: Pflegepersonal fehlt

Vor knapp sieben Jahren änderte sich für Gertrude Schrattenholzer aus dem Bezirk St. Pölten das Leben komplett: Ihr Mann erlitt einen Schlaganfall, ist seitdem ein Pflegefall. Ohne die Hilfe durch mobile Pfleger wäre der Alltag schwer zu meistern. Doch Anbieter wie das Hilfswerk leiden an akutem Personalmangel.

„Ich kam als Laie von einem Tag auf den anderen in die Pflege“, erinnert sich Gertrude Schrattenholzer. Ohne Unterstützung und die individuelle Beratung durch das Hilfswerk wäre das vor allem in der Anfangszeit für sie nicht machbar gewesen. Schrattenholzer ist dabei kein Einzelfall – ganz im Gegenteil. Fast zwei Drittel der 91.000 Pflegegeldbezieher werden landesweit von Familienmitgliedern betreut, die mit der Aufgabe aber oft überfordert sind.

Genau deswegen schlägt das Hilfswerk nun Alarm. Denn ihnen – und anderen Organisationen – fehlt es an Personal, um pflegende Angehörige bestmöglich zu unterstützen. Alleine das Hilfswerk hat 200 offene Stellen in NÖ. „Es gibt für Familien daher Wartelisten, und wir können oft leider nicht das gewünschte Zeitausmaß anbieten“, so die Präsidentin des Hilfswerks, Michaela Hinterholzer.

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Ohne den täglichen Besuch der Pfleger und ihrer professionellen Beratung wäre ich hilflos gewesen. Ich hatte ja anfangs gar keine Ahnung.

Gertrude Schrattenholzer über die Betreuung ihres Mannes

Aufstockung der Ausbildungsplätze
Sie fordert daher vor allem eine massive Aufstockung der Ausbildungsplätze. Dabei pocht Hinterholzer auch auf ein Umdenken in den Krankenpflegeschulen: „Der Fokus liegt zu sehr auf den stationären Kliniken, auf die mobile Pflege darf nicht vergessen werden.“ Zudem fordert sie von der Politik eine kostenlose Pflegeberatung für Angehörige und mehr Fairness beim Pflegegeld, etwa eine Bindung eines Teils der Beträge an Sachleistungen.

Thomas Werth
Thomas Werth
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Dienstag, 28. September 2021
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