Wir erinnern uns: 2008 butterte man stolze 17,5 Millionen Euro in die Errichtung sogenannter Verkehrsbeeinflussungsanlagen. Auf 92 Autobahnkilometern im Großraum Graz wurden gut 50 elektronische Überkopfanzeigen angebracht, die künftig die erlaubte Höchstgeschwindigkeit regeln sollten.
Ist die Feinstaubbelastung zu hoch, wird das Tempolimit automatisch von 130 auf 100 Stundenkilometer gesenkt. Ein ambitionierter Plan des Landes, die Luftgüte in der feinstaubgeplagten Murmetropole zu verbessern - der nur leider in die Hose gegangen ist. Denn mittlerweile sind die Anzeigen fast durchgängig auf Tempo 100 gestellt - auch, wenn's regnet oder schneit und die Partikel-Belastung unter dem erlaubten Grenzwert liegt.
Die meisten Autofahrer greifen sich berechtigt an den Kopf: "Eine Abkassiererei und ein Riesenpflanz!", wettert einer am "Krone"-Telefon, und bei ihren Interessensvertretungen stapeln sich die Wut-Briefe. Hans-Peter Auer vom steirischen ÖAMTC: "Die Autofahrer beschweren sich zu Recht über diesen Feinstaub-100er. Zum einen ist er witterungsbedingt oft nicht nachvollziehbar, zum anderen hat niemand Verständnis dafür, dass eine Geschwindigkeitsreduktion etwa in Sinabelkirchen oder Leibnitz positive Auswirkungen auf die Feinstaubsituation in Graz haben soll."
Maßnahmen gegen falsche Schaltungen
Der nächste Flop in einer langen Reihe hilfloser Maßnahmen, den Feinstaub-"Stein der Weisen" zu finden. Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann (Interview in der Infobox): "Tatsächlich sind die Schaltungen zu unflexibel. Die Tempolimits werden künftig an die Realität angepasst."
von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"









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