Der härteste Tokio-Weg

Aker Al Obaidi: Der 76. „Österreicher“ bei Olympia

Sport-Mix
15.07.2021 07:41

75 Sportler scheinen im rot-weiß-roten Kader für Olympia in Tokio auf - und dann gibt es noch einen Starter: Aker Al Obaidi.

Der Ringer ist dem Papier nach noch kein Österreicher, im Herzen aber sehr wohl. Von allen hierzulande lebenden Startern hatte Aker den härtesten Weg nach Tokio. Als die Terrorgruppe Islamischer Staat 2015 seine Heimatstadt Mossul im Irak attackierte, floh der 14-Jährige. Durch Umstände getrennt, verschlug es seine Eltern, seine zwei Schwestern und seine zwei Brüder in den Iran, Aker gelangte mit Nachbarn nach Europa, bis nach Österreich: „Ich war einen Monat unterwegs, hatte kein Ziel. Letztlich meinte es das Schicksal aber gut mit mir.“ Nach einer harten Zeit im Flüchtlingslager in Traiskirchen durfte er in die Steiermark, konnte sich dort dem Ringen (sein Vater ist Trainer der irakischen Nationalmannschaft) widmen.

Aker Al Obaidi bei der Verabschiedung auf dem Heldenplatz (Bild: GEPA )
Aker Al Obaidi bei der Verabschiedung auf dem Heldenplatz

Der Sport war es, der Aker in die Ringer-Hochburg Inzing in Tirol brachte, wo er seit 2017 unter Benedikt Ernst trainiert. Er gilt als Riesentalent. Das honorierte das IOC, nahm ihn in das Flüchtlingsteam für Tokio auf. Für Österreichs Olympisches Comitee gehört er eigentlich schon zum Team. Darum wurde Aker auch mit den anderen 75 Athleten eingekleidet und von Bundespräsident Alexander Van der Bellen verabschiedet.

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(Bild: KMM)



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