Wirbel zum Signa

Hier muss leistbares Wohnen her statt Luxus!

Wien
15.07.2021 06:00

Das Leiner-Haus auf der Mahü ist noch nicht einmal abgerissen, da sorgt schon das nächste Bauprojekt von René Benkos Signa für Wirbel. Auf dem alten Werftareal in Korneuburg ist mit seiner Beteiligung ein neuer Stadtteil geplant. Doch die Stadt will an der Adresse lieber leistbare Wohnungen - und nicht Schickimicki-Luxus.

Korneuburg hat erkannt: Die Stadt braucht leistbaren Wohnraum. Auf der Wiener Mariahilfer Straße wurde diese Chance leider verspielt. Der ehemalige Leiner liegt in Trümmern, ein seelenloser KaDeWe-Klotz soll stattdessen hochgezogen werden. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse mit 800 Beteiligten hat ergeben: Fast jeder Zweite hätte dort lieber Wohnungen, für die man keine Bank überfallen muss, um sie bezahlen zu können.

"Schwebender" Bagger auf Leiner-Baustelle (Bild: Zwefo)
"Schwebender" Bagger auf Leiner-Baustelle

Zurück zu Korneuburg: 45 Prozent des Werftareals gehören der Signa. Im Rathaus sorgt der Signa-Einstieg für Ängste, wie „Der Standard“ berichtet. Zitat aus dem Bericht: „,Das war schon einigermaßen überraschend für uns‘, sagt Bernadette Haider-Wittmann, SPÖ-Stadträtin und Vorstandsvorsitzende des Stadtentwicklungsfonds Korneuburg. ,Denn die Signa ist ja eher für Luxuswohnbau bekannt‘ – und weniger für leistbaren Wohnbau.“

(Bild: APA/SIGNA/K18)

Der Lieblingsschmäh mit Grünflächen für alle
Was in Korneuburg auch Thema ist: die Versprechen eines „öffentlich zugänglichen naturnahen Parks“. Und hier greift einmal mehr Signas Lieblingsschmäh mit den Flächen für alle. Der gleiche Modus Operandi wie beim alten Leiner-Haus: Auch hier wird mit einem Dachpark gelockt - verbunden mit einer großzügigen Aufstockung nach dem Verbauungsparagrafen 69, der ein Geschoß (und viele Millionen Euro) zusätzlich bringen soll.
Die Angst in beiden Fällen: Übrig bleiben am Ende vielleicht nur ein paar Alibi-Bäume und „Grünflächen“ in der Größenordnung von Moosflechten. Und die dann in luftigen Höhen, während am Boden Beton und Asphalt in der Hitze vor sich hin dampfen! Und welch ein Zufall: Wer rauf ins „Grüne“ will, muss zuerst durch die teuren Läden.

Rathaus in Korneuburg (Bild: P. Huber)
Rathaus in Korneuburg

Gepp: Nicht mit Peanuts abspeisen lassen!
Korneuburgs Bürgermeister Christian Gepp wäre gut beraten, für seine Wähler leistbaren Wohnraum zu erkämpfen. In Wien sind bei Neuwidmungen zwei Drittel geförderte Wohnungen Pflicht. Beim Korneuburger Projekt ist von 20 bis 35 Prozent die Rede! Ein Skandal, würde er sich damit abspeisen lassen.

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