15.07.2021 08:00 |

Saison eröffnet

Sommertheater ist mehr als nur ein großer Spaß

Nach einem Jahr Corona-Pause starten die steirischen Amateur-Theater in die Sommersaison  Sie  machen nicht nur Spaß, sondern stärken die Gemeinschaft und fördern den Nachwuchs

Soweit wir wissen, haben sich trotz der schweren Corona-Zeit, in der es für Amateur-Gruppen ein Probeverbot gab, keine steirischen Theatervereine aufgelöst. Ganz im Gegenteil, es haben sich bei uns sogar einige neue angemeldet„, sagt Thomas Vollmann von „Laut!“, dem Dachverband der steirischen Amateur-Theater. Jetzt scharren die Vereine in den Startlöchern, sie haben teilweise innerhalb weniger Wochen tolle Sommerproduktionen auf die Beine gestellt.

„Gerade in den Regionen nehmen die Theatervereine oft auch eine wichtige soziale Rolle ein“, weiß Vollmann. „Die Aufführungen erzeugen ein Gefühl von Zusammengehörigkeit. Auch wenn nur einige auf der Bühne stehen, ist oft der halbe Ort beteiligt: Die einen helfen beim Aufstellen der Bühne, die anderen stehen an der Abendkasse oder schenken Getränke aus.“

Stärkung der Gemeinschaft
Wichtig sind die Sommerproduktionen nicht nur zur Stärkung der Gemeinschaft, sondern auch für die Nachwuchsarbeit: „Es ist ein niederschwelliges Angebot direkt vor Ort, um ein erstes Mal Bühnenluft schnuppern zu können“, so Vollmann. Viele heute bekannte Bühnenstars haben einst bei der Faschingsgruppe im Heimatort ihren ersten Applaus bekommen.

Wichtige Nachwuchsarbeit
Und gerade bei dieser Nachwuchsarbeit erfüllen die Theatervereine eine immer wichtigere Aufgabe, weil die theaterpädagogischen Angebote an Schulen immer weniger werden: „Ob es an Schulen eine Theaterklasse oder Kurse als Freifach gibt, steht und fällt mit der Frage, ob es Lehrkräfte gibt, die bereit sind, sich die viele Mehrarbeit anzutun, und Schulleitungen, die dieses Vorhaben unterstützen.“ Weil hier die Tendenz aber eher sinkend ist, überlegt man bei „Laut!“ künftig neue Kooperationen einzugehen: „Wir erarbeiten zum Beispiel gerade ein Konzept, auch an Musikschulen Schauspielklassen anbieten zu können und suchen dafür noch Partner.“

Theater ist ein Teamsport
Denn man muss ja nicht gleich Schauspiel-Profi werden, um von einem Theaterkurs zu profitieren: „Theater kann helfen, selbstsicherer und freier beim Sprechen vor Menschen zu werden. Außerdem ist das Theater wie Fußball ein Teamsport, bei dem man Engagement, Empathie und Rücksicht auf andere lernt. Weil mit Diven und Rampensäuen funktioniert es im Theater genauso wenig wie im echten Leben."

Infos zu den Produktionen findet man hier. Wir bieten eine kleine Auswahl:

Wildon
„Bluatiger Regn“ lautet heuer das Motto auf der Wildoner Schlossbergbühne. Mit Schattentheater, Puppenspiel, Gauklern und Gesang werden in der Regie von Jürgen Gerger schaurige und auch lustige Geschichten aus der Region rund um den Wildonerberg erzählt. Spieltermine von 17. bis 31. Juli. Infos: wildoner-schlossbergbuehne.at

Brandlucken
Im letzten Jahr musste es schnell gehen, also hat man „S’Nullerl“ von 2019 wiederholt, aber heuer gibt es etwas Neues in der Brandlucken zu sehen: Anton Hamiks „s’ Herz am rechten Fleck“ über die drei einfältigen Brüder Wipf und ihre resolute Haushälterin ist bis 27. August zu erleben. Karten unter: 0664/524 16 16; huabn-theater.at.

Piber
100 Jahre feiert das Bundesgestüt in Piber heuer, da lässt sich auch das „Theater Absolut“ nicht lumpen und bringt mit „Don Camillo & Peppone“ Besonderes auf die Bühne. Bei der Premiere am 21. Juli spielt sogar Bischof Wilhelm Krautwaschl (für den guten Zweck) eine kleine Rolle. Infos: schlossfestspiele-piber.at

Frohnleiten
Mit „Wie wär’s denn, Mrs. Markham?“ von Ray Cooney und John Chapman bietet das Theater Frohnleiten eine herrlich-komische Boulevard-Komödie voller Verwechslungen und Verwirrungen. Gespielt wird noch bis Ende Juli auf der Hauptplatz-Bühne. Die Karten gibt es im Tourismusverband Frohnleiten und bei Ö-Ticket.

Wies
Kurzstücke und Lieder rühren die umtriebigen Schauspieler des Kürbis-Theaters in Wies zu einem unterhaltsamen „MischMasch“ zusammen und zeigen diesen auf ihrer Sommerbühne in der Schlosstenne Burgstall. Aber Achtung, dieser Spaß ist nur noch bis Samstag zu sehen. Infos und Karten erhält man unter 0664/161 55 54.

Graz
Marc Camolettis „Geteilt durch zwei“ steht noch bis zum 1. August auf dem Programm des Grazer Straßentheaters, das im Hof des Landesarchivs auf dem Karmeliterplatz spielt. Die rührige Truppe feiert heuer auch ein Jubiläum: Seit 30 Jahren unterhalten die leidenschaftlichen Schauspieler ihr Publikum. Karten: 0664/372 8660.

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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