05.07.2021 07:45 |

Gericht

Neue Erkenntnisse: Spannung vor dem Hexen-Urteil

- Lebenslang: Generalprokuratur empfiehlt wieder Schuldspruch Mordverdächtige mit Höchstrichterin befreundet

- Neuer Gerichtschef

Es war einer der spektakulärsten Kriminalfälle in Kärnten: Der Mord an einer Villacher Pensionistin, in Auftrag gegeben von dem selbst ernannten Medium Margit T., durchgeführt von ihrer Jüngerin Barbara H. Beide wurden dafür in zwei Rechtsgängen schuldig gesprochen – lebenslang für T., 20 Jahre Haft für ihre geständige Komplizin. Die Urteile fielen bereits im vergangenen Oktober; jetzt wartet man mit Spannung, was der Oberste Gerichtshof diesmal macht, nachdem er bereits einmal eingegriffen hatte. „Es gibt noch keine Entscheidung“, sagt Sprecherin Alexandra Michel-Kwapinski. Durchgesickert ist aber, dass die Generalprokuratur eine Bestätigung der Schuldsprüche empfiehlt. Damit wäre T. die erste Kärntnerin seit vielen Jahren, die tatsächlich eine lebenslange Haftstrafe antreten müsste.

Noch ein Aufsehen erregender Kärntner Prozess beschäftigt den OGH
 Jene Lehrerin, die zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde, weil sie ihren Sohn mit einem selbst gebastelten Gasgriller beinahe getötet hätte, hat ebenfalls Rechtsmittel gegen das Urteil eingebracht. Eine Höchstrichterin darf darüber jedoch nicht mitentscheiden. Sie hat ihre Ausgeschlossenheit angezeigt, weil sie seit Jahren zu der Angeklagten und ihrem Sohn freundschaftliche Kontakte hat. Die mutmaßliche Mordverdächtige war Lehrerin; sie hatte immer einen Unfall, nicht eine Vorsatztat geschildert.

Personalrochade am Oberlandesgericht Graz
Michael Schwanda folgt Manfred Scaria als Präsident nach – für Kärnten hat das insofern Bedeutung, als dass Graz im Instanzenzug für die Gerichtsbarkeit in Kärnten zuständig und die Handschrift des jeweiligen Chefs oft auch in vielen Urteilen zu sehen ist. Insider erhoffen sich mit Schwanda einen Modernisierungsschub im oft starren Justizgetriebe sowie eine Digitalisierungsoffensive, wie er sie auch als Leiter des Landesgerichts in St. Pölten vorangetrieben hatte. Zuvor war Schwanda im Justizministerium tätig, unter anderem als Sektionschef neben dem suspendierten Christian Pilnacek.

Schwere Vorwürfe zweier junger Frauen
Schwere Vorwürfe zweier junger Frauen – Zwillingsschwestern – haben einen pensionierten Lehrer (67) und seine Frau in Klagenfurt vor Gericht gebracht. Wie berichtet, sollen beide am sexuellen Missbrauch der Kinder beteiligt gewesen sein. Das Verfahren unter Richter Gernot Kugi läuft seit April. Morgen, Dienstag, könnte es ein Urteil geben.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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