Man habe "nach genauer juristischer Prüfung und Beratung" eine Sachverhaltsdarstellung wegen Verhetzung eingebracht, erklärte IKG-Generalsekretär Raimund Fastenbauer (Bild rechts). "Unsere Anwälte haben den Film minuziös studiert."
Der Film, der den israelischen Angriff auf das türkische Hilfsschiff Mavi Marmara vom Mai 2010 cineastisch aufarbeitet, verherrliche "unter Verwendung antisemitischer Klischees in hetzerischer Weise die Provokation seitens türkischer IHH-Aktivisten und ist geeignet, den religiösen Frieden in Österreich zu bedrohen", so die IKG in einer Aussendung.
Am vergangenen Dienstag hatte die IKG den umstrittenen Film bereits scharf verurteilt. Vor allem dass der Film am internationalen Holocaustgedenktag seine Premiere in mehreren österreichischen Kinos feierte, bezeichnete Fastenbauer als "geschmacklos und zynisch".
IKG verlangt mehr Kritik
In ihrer Aussendung vom Dienstag störte sich die IKG auch an der mangelnden Kritik aus Österreich. Anders als in Deutschland, wo sich Abgeordnete von CDU/CSU, SPD, Grünen und der FDP zu Wort gemeldet hatten und der Kinostart kurzfristig gestoppt worden war, "erfolgten in Österreich Verurteilungen lediglich von je einem Abgeordneten der Grünen und der SPÖ".
SP-Nationalratsabgeordnete Petra Bayr hatte den Film vergangenen Donnerstag als "geschichtsverdrehend" und mit "antisemitischer Propaganda aus dem letzten Jahrhundert" arbeitend bezeichnet. Nationalratsabgeordneter Karl Öllinger von den Grünen warf indes den Kinos vor, am Jahrestag der Befreiung der Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz mit "Hasspropaganda, Antisemitismus und Gewaltverherrlichung" Geld verdienen zu wollen.
Film in Deutschland kurzfristig gestoppt
Auch ÖVP-Kultursprecherin Silvia Fuhrmann warnte nun im Zusammenhang mit dem umstrittenen Film davor, "Filme mit rassistischem, antisemitischem oder verhetzerischem Inhalt in Österreich zu zeigen". In einer Aussendung heißt es, dass sie sich für den Film, "der nach massiven Diskussionen und Protesten in Deutschland abgesetzt wurde und in den Kinos nicht gezeigt wird", auch ähnliche Maßnahmen in Österreich vorstellen könne. Tatsächlich war der Kinostart von "Tal der Wölfe" in Deutschland zwar kurzfristig gestoppt, schließlich ab 18 Jahren aber doch freigegeben worden.
"Tal der Wölfe" war zunächst eine Fernsehserie über einen fiktiven türkischen Nachrichtendienst, der politische Machenschaften zur Strecke bringt. 2006 kam der darauf aufbauende Kinofilm "Tal der Wölfe - Irak" in die Kinos, dem weitere Fortsetzungen und jetzt ein Teil über Palästina folgten. In dem Film macht sich der türkische Geheimagent Polat Alemdar auf, um sich blutig und brutal an den Verantwortlichen für die Angriffe auf das türkische Hilfsschiff Mavi Marmara zu rächen. Die Filmreihe "Tal der Wölfe" hatte in den vergangenen Jahren bereits mehrmals wegen antiisraelischer und antiamerikanischer Botschaften für Empörung gesorgt.









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.