Endlich Ordnung
Schluss mit dem Chaos!
„Ordentliche Menschen sind pedantisch und langweilig, kreative Menschen chaotisch, aber lässig“ - sagt man so. Meist als Entschuldigung für das eigene häusliche Chaos. Doch im Grunde besteht Ordnung aus leicht erlernbaren Verhaltensmustern, die - konsequent umgesetzt - viele Vorteile mit sich bringen: Keine wertvolle Zeit geht mehr auf der Suche nach irgendwelchen Gegenständen verloren, die Nerven werden geschont und auch dem Familienfrieden tut es gut, wenn gegenseitige Schuldzuweisungen, wer denn wieder etwas verräumt oder falsch abgestellt hat, wegfallen.
Last, but not least: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, fühlen sich Menschen in ordentlichen Wohnungen ungleich wohler. Nicht nur, weil freie Flächen grundsätzlich Räume größer und weiter erscheinen lassen, sondern auch weil – so die Wohnpsychologen - Ordnung in unserem engsten Umfeld „innere Aufgeräumtheit und Ruhe“ signalisiert.
Warum ist Ordnunghalten oft so schwer?
Viele, deren Wohnung vom alltäglichen Chaos geprägt ist, schämen sich richtiggehend dafür. Vor allem, wenn unangemeldeter Besuch vor der Tür steht. Das muss aber nicht sein, denn Unordnung ist heute weit öfter anzutreffen als Ordnung.
In den USA gibt es sogar einen eigenen Beruf, der sich „Organizer“ nennt. Eine der wichtigsten Aufgaben eines solchen Organizers ist es, eine umfassende Ordnungsstruktur inklusive dem häuslichen Wohnumfeld herzustellen.
Übrigens: Bekannt ist diese Dienstleistung auch aus dem ersten „Sex and the City“-Kinofilm, als Carrie nach der geplatzten Hochzeit eben eine solche „Organizerin“ engagiert, die Schritt für Schritt zumindest das äußere Chaos beseitigt.
Für konstante Unordnung gibt es gleich mehrere Gründe: Da ist einmal unsere „Überfluss-Gesellschaft“, die sich letztlich auch im Überfluss in unseren Wohnungen äußert. Ein einfaches Beispiel dafür, dass man aber wahrlich noch kein Shopping-Süchtiger sein muss, um davon betroffen zu sein: Der Gang zum Postkasten bringt eine wahre Fülle von Prospekten, Flugblättern und ähnlichem Werbematerial mit sich. Das nimmt man meist einmal mit, um in Ruhe zu sehen, ob es vielleicht doch interessante Angebote gibt. Gleich kommt man aber nicht dazu, also wird der ganze Stapel erst einmal irgendwo abgelegt, bis man Zeit dafür hat. Das kann auch ruhig einige Tage dauern und so wächst der Stapel täglich...
Ein weiterer Grund für Unordnung liegt darin, dass am Anfang jeder Ordnung, die sich über ein einmaliges „Kampfaufräumen“ hinaus bewährt, ein ganz persönliches, alltagstaugliches Konzept stehen muss. Denn jeder ist ein anderer Ordnungstyp.
Das persönliche Ordnungskonzept
So gibt es etwa den „Schachtel-Ordnungstyp“, der sich in einem System beschrifteter Schachteln sehr gut zurechtfindet, das Gewünschte herausnimmt – und auch wieder wegräumt. Fatal hingegen kann dieses an sich bewährte Ordnungssystem für den sein, der es immer etwas eilig hat. Denn irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo er in Eile eine Schachtel nach der anderen öffnet oder die Schachteln einfach geöffnet auf dem Boden liegen lässt. Und dort bleiben sie dann auch erst einmal…
Die erste Grundregel auf dem Weg zu dauerhafter Ordnung lautet daher: Nicht unüberlegt auch noch so gute Ordnungs-Tipps übernehmen, sondern selbst prüfen, was zum eigenen Tagesablauf und den eigenen Vorlieben passt!
Die zweite Grundregel: Ebenso wichtig ist es, sich vor dem Ordnungmachen in Ruhe zu überlegen und gegebenenfalls aufzuschreiben, welche Gegenstände, Sachen, Kleider etc. häufig gebraucht werden und welche nicht.
Denn, so die Ordnungs-Experten, der Hauptfehler Nummer 1 in punkto Ordnung liegt darin, dass Sachen meist nach Größe, Zusammenpassen oder ähnlichen Kriterien verstaut werden und nicht nach deren tatsächlichem Einsatz im Alltag. Kurz, es bringt also nichts, etwa das kitschige Lieblingskaffeehäferl vor dem Besuch ganz weit hinter den Design-Tassen zu verstauen, besser ist es, gleich einen griffbereiten Platz in der ersten Reihe zu finden, bevor es erst recht wieder irgendwo herumsteht. Oder Sachen, die häufig im Wohnraum benötigt werden, in der Küche unterzubringen usw..
Lass einfach los!
Die dritte - am schwersten umzusetzende - Grundregel für dauerhafte Ordnung, liegt im „Sich-Trennen-Können“ von Sachen oder Gegenständen. Denn es liegt auf der Hand, dass, wenn immer mehr dazukommt, ohne dass etwas weggegeben wird, jeder Kasten und jeder Abstellraum einmal aus den Nähten platzt.
Das Anmieten von zusätzlichem Stauraum in Möbeldepots, die übrigens kontinuierlich kräftige Zuwächse verzeichnen, ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen - auch keine echte Lösung, sondern kostet einfach nur Geld.
Experten-Tipp: Sich selbst ehrlich fragen, wieso man Sachen, die man ja eigentlich schon nicht mehr braucht, doch noch unbedingt aufheben, sprich für teures Geld zwischenlagern, muss? Sind die Sachen noch brauchbar, können sie im „Second-Hand“-Weg verkauft oder auch an wohltätige Organisationen abgegeben werden.



Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.