Lille aus dem armen Norden krönte sich überraschend zum neuen Meister Frankreichs. PSG zum zweiten Mal in den letzten acht Jahren entthront. Mit Kylian Mbappé dürfte aber ein großer Name im PSG-Trikot bleiben und zu neuen Serien beflügeln.
Der Pariser Albtraum
Auf dem Hauptplatz in Lille wurde die Nacht zum Tag gemacht. Tausende feierten den neuen Meister, skandierten „On est champion“ oder „Burak“, also den Vornamen von Yilmaz: Der Stürmer wurde mit 16 Ligatoren samt dem 2:0 beim finalen 2:1-Sieg in Angers zum Gesicht des Märchens.
Eines, das auch Coach Christophe Galtier schrieb - er formte aus einer (im Vergleich zu Paris) No-Name-Truppe ein eingeschworenes Erfolgsteam. Oder Rudel - denn Lilles Wappentier sind Doggen. „Ich liebe meine Jungs. Sie haben großartigen Charakter und eine tolle Leistung gezeigt. Unglaublich!“ Nur drei Niederlagen für die 21 eingesetzten Spieler (so wenig wie bei keinem anderen Klub) sprechen Bände. „Es ist ein Titel der Arbeit und Solidarität“, so Kapitän Jose Fonte. „Einer für ganz Nordfrankreich. Leute, die viel arbeiten.“
Seitenhieb Richtung Paris?
War’s ein Seitenhieb in Richtung Paris? Eher nicht. Aber es passte zum Bild, dass Lille und nicht die Pariser Millionen-Truppe, die oft abgehoben wirkt, den Titel holte. Dass PSG nach 2013 durch Montpellier mit Giroud und nach 2017 durch Monaco mit Mbappé entthront wurde.
Letzterer, zum dritten Mal in Folge Torschützenkönig (27), soll unbedingt gehalten werden, für eine neue Titelserie in der Hauptstadt sorgen. Denn nur Pokalsieger, das ist für PSG wie ein Albtraum.
Christian Mayerhofer, Kronen Zeitung
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