23.05.2021 22:59 |

14 Tote in Italien

Seilbahn-Drama: Auch Kind (9) Verletzungen erlegen

Trauriger Pfingstsonntag in Italien: Bei einem Seilbahn-Absturz am Lago Maggiore im Norden des Landes sind 14 Menschen ums Leben gekommen. Unter ihnen auch ein neunjähriges Kind, das Stunden nach dem Unglück im Krankenhaus von Turin seinen schweren Verletzungen erlag, wie der Rettungsdienst am Abend mitteilte. Ein weiteres Kind (5) wird demnach derzeit noch im Krankenhaus behandelt. Die Seilbahn-Kabine mit ihren 15 Insassen war auf der Strecke zum Berg Mottarone abgestürzt. Unter den Opfern waren keine Österreicher. 

Die schwer verletzten Kinder mussten per Hubschrauber in das Kinderkrankenhaus von Turin gebracht werden. Nach Angaben der Zeitung „Il Corriere della Sera“ hatte das überlebende kleinere Kind ein Schädeltrauma und Beinbrüche erlitten, war aber bei Bewusstsein.

Vier Israelis unter Opfern
Unter den 14 Opfern (eines war neun, ein weiteres zwei) waren neun Italiener, vier Israelis und ein Iraner. Österreicher waren keine darunter. 

Kabine fiel 15 Meter in die Tiefe
Das Unglück ereignete sich nach Angaben des Infrastrukturministeriums gegen 12.30 Uhr rund hundert Meter vor der Bergstation der Seilbahn. Die Kabine fiel etwa 15 Meter tief, rollte dann einen Teil des Abhangs hinunter und krachte gegen einen Baum, wie ein örtlicher Polizist berichtete.

Kabelriss als Ursache?
Als Ursache des Unglücks wird laut der italienischen Zeitung „La Repubblica“ ein Kabelriss im obersten Bereich der Strecke vermutet. Dass die Kabine überlastet war, scheint ausgeschlossen, da sie bis zu 35 Passagiere aufnehmen kann.

Staatsanwaltschaft ermittelt
Infrasturkturminister Enrico Giovannini kündigte die Einsetzung einer Untersuchungskommission an. Die Mailänder Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen „Totschlags und fahrlässiger Körperverletzung“ ein. Bilder der Feuerwehr und der Polizei zeigten die völlig zerbeulte Kabine an einem steilen Hang in einem Waldstück. Das Gebiet sei schwer zugänglich gewesen, hieß es von den Rettern. 

Draghi drückt Familien der Opfer Beileid aus
„Mit großer Trauer habe ich von dem tragischen Unfall der Stresa-Mottarone-Seilbahn erfahren“, teilte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi mit. Er drücke den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Aufklärung des Unglücks gefordert
Auch Außenminister Luigi Di Maio und andere aus dem Kabinett Draghi zeigten sich via Twitter bestürzt über das Unglück. Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, machte sich Medienberichten zufolge umgehend auf den Weg in das Gebiet. Im Sender Rainews 24 forderte er die Aufklärung des Unglücks. Italien sei ein Land der Sicherheit. 

Kurz: „Meine Gedanken sind bei Italien“
Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz drückte Italien seine Nähe aus. „Meine Gedanken sind nach dem tragischen Seilbahnunglück am Lago Maggiore bei Italien. Ich spreche den Familien und Freunden der Opfer mein aufrichtiges Beileid aus und wünsche den Verletzten eine baldige Genesung“, so Kurz per Twitter.

Aus Brüssel twitterte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni, die Tragödie versetze einen in Trauer - an einem Sonntag, der eigentlich für die Hoffnung stehen sollte. EU-Ratspräsident Charles Michel und er EU-Parlamentspräsident David Sassoli drückten ebenfalls ihre Anteilnahme aus.

„In 20 Minuten vom See zum Berg“
Der Monte Mottarone gehört zu den beliebten Ausflugszielen am Lago Maggiore. „In zwanzig Minuten vom See zum Berg“, damit wirbt die Seilbahn Funivia Stresa-Alpino-Mottarone auf ihrer Webseite. Das Panorama auf dem Gipfel soll zu einem der schönsten gehören. Im Winter kommen Ski-Sportler in die Gegend. Im Sommer sind viele Wanderer dort unterwegs. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge war die Seilbahn wegen Wartungsarbeiten zwischen 2014 und 2016 geschlossen.

Seit Samstag dürfen Seilbahnen wieder aufsperren
Erst seit Samstag dürfen in Italien die Seilbahnen wieder nach Monaten der Schließung wegen der Corona-Pandemie ihren Betrieb aufnehmen. Das hatte die Draghi-Regierung kürzlich beschlossen. Italien will schrittweise die Corona-Beschränkungen lockern. Die Touristen-Saison sollen ab Juni beginnen können. Zuletzt wurde auch die nächtliche Ausgangssperre verkürzt und die Außengastronomie geöffnet.

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