17.05.2021 18:13 |

„Zukunft gehört Zügen“

Neue Verbindung Wien-Berlin in 4 Stunden geplant

Eine neue Bahnverbindung soll die Reise zwischen den drei Hauptstädten Wien, Prag und Berlin stark beschleunigen. Die Fahrtzeit von Wien nach Berlin soll sich damit von fast neun auf rund vier Stunden mehr als halbieren. Eine entsprechende Vereinbarung wurde von den Vertretern Deutschlands, Tschechiens und Österreichs unterzeichnet. Für Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) ist das Projekt ein Beweis, dass dem Zug die Zukunft auf der Kurz- und Mittelstrecke in Europa gehöre.

Mit einer Fertigstellung der ausgebauten Bahnstrecke Wien-Prag-Berlin werde für Mitte der 2030er-Jahre gerechnet, weil dafür auch ein Tunnel durch das Erzgebirge gebaut werden müsse, hieß es am Montag bei einer Fachkonferenz zum europäischen Schienenverkehr in Berlin. Die Verbindung über Dresden und Prag soll Teil eines europäischen Netzes neuer Bahnverbindungen sein, die auch Nachtzüge beinhalten. Die Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Berlin und Dresden soll bereits 2025 fertig sein.

„Die Bahn ist das Rückgrat des klimafreundlichen Verkehrs. Und schnelle Bahnverbindungen lassen uns alle in Europa näher zusammenrücken“, betonte Klimaschutzministerin Gewessler gegenüber der APA. Dem Zug gehöre die Zukunft auf der Kurz- und Mittelstrecke in Europa. „Und vier Stunden von Wien nach Berlin sind eine klare Ansage.“

Projekt „Via Vindobona“
In Österreich ist für die neue Verbindung der Ausbau der Nordbahn notwendig. Das gesamte Projekt heißt „Via Vindobona“ - obwohl auf Österreich nur ein kleiner Teil der Strecke entfällt. Von Wien aus über Brünn soll in zwei Stunden Prag erreicht werden können - Eine Halbierung der Fahrtzeit. Nur vier Stunden und fünf Minuten sollen Züge dann von Wien bis Berlin brauchen. Derzeit muss man für eine solche Zugreise fast neun Stunden einplanen.

Zugverkehr als Schlüssel für CO2-Reduktion
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte in einer Videobotschaft die Bedeutung der Bahn für die europäischen Klimaziele. „Unsere Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität sieht eine Reduzierung der verkehrsbedingten Emissionen um 90 Prozent bis 2050 vor.“ Dazu brauche es eine Verdoppelung des Hochgeschwindigkeits-Zugverkehrs bis 2030. Auch der Schienengüterverkehr müsse bis 2030 um mindestens 50 Prozent wachsen. „Für diese Meilensteine wird die Kommission noch in diesem Jahr einen Aktionsplan vorlegen“, kündigte von der Leyen an.

In dem Plan gehe es darum, wie man den Fernverkehr auf Schienen weiter fördern könne - etwa durch neue Nachtzugverbindungen und wie man neue Nachtzugverbindungen ermöglichen könne. Nachtzüge hätten ein enormes Potenzial, um mehr Fahrgäste für die Eisenbahn zu gewinnen. Sie seien zudem eine Alternative zu Kurzstreckenflügen und dem Autoverkehr.

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