03.05.2021 12:15 |

Waren deutlich teurer

Covid-Krise mischt in Deutschland die Preise auf

Die Corona-Krise hat in Deutschland viele Gewohnheiten auf den Kopf gestellt und wirbelt auch die Welt der Preise durcheinander. Entscheidend für die Preisentwicklung sei bei vielen Produkten wie Laptops oder Fahrrädern weniger der Wettbewerb als die Warenverfügbarkeit. Bei zahlreichen Produkten kam es zu enormen Preissteigerungen. Aber auch in anderen Produktkategorien machten sich der Studie zufolge die veränderten Lebensbedingungen in der Pandemie - etwa das häufigere Selberkochen oder der die Schließung von Fitnessstudios - bemerkbar.

Homeoffice statt Büro, Online-Einkauf statt Shopping-Bummel, Videochat mit Freunden statt Kneipenbesuch: Die Corona-Krise hat in Deutschland viele Gewohnheiten auf den Kopf gestellt. Auch bei den Preisen im Einzelhandel gelten plötzlich neue Regeln, wie mehrere Marktuntersuchungen zeigen. Darauf sollten sich die Verbraucher einstellen.

„Alte Regeln gelten nicht mehr“
„Corona wirbelt auch bei den Preisen die Welt durcheinander“, beobachtet Handelsexpertin Eva Stüber vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH): „Alte Regeln - etwa dass die Preise neuer Elektronikgeräte nach ein paar Monaten ins Rutschen kommen - gelten plötzlich nicht mehr“, sagt sie.

Gestützt wird ihre Einschätzung gleich von zwei Marktstudien, die kürzlich veröffentlicht wurden. Eine Untersuchung des Verbraucherportals Testberichte.de, die für den Zeitraum von Mai 2019 bis Februar 2021 die Preisentwicklung in mehr als 1000 Produktkategorien auswertete, zeigte, dass die Corona-Krise bei einer ganzen Reihe von Produkten zu kräftigen Preissteigerungen führte. Hier habe sich zuerst eine spürbare Angebotsverknappung durch den ersten Lockdown in China ausgewirkt - und dann die wachsende Nachfrage durch den Homeoffice-Boom in Deutschland und Logistikprobleme.

Die goldene Regel, dass die Preise von Fernsehern, Laptops oder Druckern ein paar Monate nach der Markteinführung ins Rutschen geraten, wurde der Studie zufolge im Corona-Jahr 2020 nicht nur außer Kraft gesetzt. Wer mit dem Kauf wartete, um Geld zu sparen, konnte sogar eine böse Überraschung erleben.

Fitnessgeräte und Fieberthermometer teurer
Aber auch in andere Produktkategorien machten sich der Studie zufolge die veränderten Lebensbedingungen in der Pandemie - etwa das häufigere Selberkochen oder der die Schließung von Fitnessstudios - bemerkbar. So verteuerten sich Küchenmaschinen der Studie zufolge um 25,4 Prozent, Geschirrspüler um gut 20 Prozent und Crosstrainer um fast 18 Prozent. Auch Fieberthermometer und Haarschneider wurden in der Pandemie deutlich teurer.

Lockdown als Preistreiber
Ganz ähnlich fiel eine Studie des Verbraucherforums mydealz aus, für die die Preise von 550 zufällig ausgewählten Produkten verglichen wurde. Mehr als die Hälfte von ihnen verteuerte sich demnach zwischen dem 15. Februar 2020 und dem 15. Februar 2021. Firmengründer Fabian Spielberger: „Teilweise wurde Ware zu Preisen über dem empfohlenen Verkaufspreis verkauft.“ Nicht nur Fernseher und Drucker seien teurer geworden, sondern auch Besteck, Geschirr und Gläser sowie Filme und Videospiele. Zurückzuführen sei das wohl darauf, dass viele Verbraucher mehr Zeit zu Hause verbracht hätten.

Licht am Ende des Tunnels
„Die Nachfrage geht langsam runter, das beruhigt die Preise“, meinte er. Und auch beim Thema Logistik sei Besserung absehbar. Bei vielen Produkten sei ein Ende der preislichen Höhenflüge in Sicht, ist er überzeugt. „In den nächsten Monaten sollte da langsam wieder etwas Entspannung reinkommen.“

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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