23.04.2021 12:50 |

Bei Verfolgungsjagd

Dealer warf zwei Kilo Kokain von Wiener Hausdach

Spektakuläre Aktion eines Dealers auf der Flucht vor der Wiener Polizei: Der 43-Jährige, der einer serbischen Bande angehörte, der unter anderem Drogenhandel und illegales Glücksspiel angelastet wird, hatte sich bei einer Verfolgungsjagd auf das Dach eines Mehrparteienhauses im Bezirk Leopoldstadt geflüchtet. Um sich belastenden Beweismaterials zu entledigen, warf er kurzerhand nicht weniger als zwei Kilogramm Kokain vom Dach in die Tiefe. Viel brachte das allerdings nicht - für den Verdächtigen klickten die Handschellen.

Gegen die serbische Gruppe war bereits seit Ende 2019 ermittelt worden. Der Bande wurde neben grenzüberschreitendem Drogenhandel und Geldwäsche auch illegales Glücksspiel sowie Vergehen nach dem Finanzstrafgesetz vorgeworfen, weshalb auch die Finanzbehörden eingeschaltet wurden.

Konzertierte Polizeiaktion in Wien und Niederösterreich
Am 10. April gab es dann an mehreren Standorten in Wien und Niederösterreich Hausdurchsuchungen - etwa in Objekten in der Leopoldstadt, Ottakring und Floridsdorf in Wien sowie in Himberg (Bezirk Bruck an der Leitha) und Strasshof (Bezirk Gänserndorf). Daran beteiligt waren das Landeskriminalamt Wien, das Finanzamt, das Büro für Sofortmaßnahmen der Stadt Wien und das Einsatzkommando Cobra.

Drei Festnahmen
Im Zuge der Polizeiaktion in Wien-Leopoldstadt kam es dann nahe dem Mexikoplatz zur Verfolgung des 43-jährigen Hauptverdächtigen und seiner aufsehenerregenden Wurfaktion.
Neben dem 43-Jährigen, der in seinem Heimatland Serbien bereits gesucht worden war, wurden auch ein weiterer Mann und eine Frau festgenommen. Nach dem zweiten Mann war bereits in Spanien gefahndet worden.

Drogen, Waffen, Geld, Munition
Im Zuge der Hausdurchsuchungen entdeckten die Ermittler rund 5,5 Kilogramm Cannabis, etwa drei Kilo Kokain, 5245 Euro Bargeld, eine funktionsfähige vollautomatische AK-47 (Kalaschnikow oder ein Nachbau davon), eine Glock-19-Pistole und eine Beretta-Model-70-Pistole und 40 Schuss Munition. Auch ein Auto, das offenbar zum Drogentransport verwendet wurde, beschlagnahmten die Beamten.

Polizeisprecher Christopher Verhnjak zufolge sind die Ermittlungen gegen die Gruppe noch nicht abgeschlossen. Vielmehr ergaben sich durch die Festnahmen neue Erkenntnisse. Das Bundeskriminalamt und internationale Behörden sind in die Ermittlungen eingeschaltet.

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