14.04.2021 06:40 |

Impfung für Sportler

Mennel: „Unerträglich! Wir brauchen 70 Dosen“

100 Tage vor dem geplanten Beginn der Sommerspiele in Tokio spricht Peter Mennel, der Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Comités, über Hoffnungen, Ängste und auch sehr viele Fragezeichen. Bezüglich der Impfsituation bei den Sportlern sagt er: „Unerträglich! Wir brauchen 70 Dosen.“

„Krone“: Herr Generalsekretär, wie optimistisch sind Sie, dass am 23. Juli die Olympischen Spiele eröffnet werden?
Peter Mennel: Ich bin sicher: Die Spiele finden statt! Aber es werden sehr schwierige Spiele. Nur diejenigen, die sich nicht drausbringen lassen, werden eine Medaille machen. Wir versuchen, die Athleten bestens darauf einzustellen, dass das diesmal ganz anders wird, haben die besten Mentaltrainer engagiert.

Was ist in dieser Vorbereitung sonst noch essenziell?
Wir suchen vor allem Trainingsmöglichkeiten im Vorfeld. Entweder direkt in Japan oder in Taiwan oder Korea. Man kann sich nicht binnen Tagen an Zeit und Klima anpassen und dann glauben, man gewinnt etwas. Natürlich ist auch die medizinische Beratung wichtig. Wir arbeiten daran, den Athleten das Umfeld möglichst angenehm zu machen, damit die sich nicht verlieren, im Olympischen Dorf.

Spüren Sie bei den Athleten schon eine gewisse Unruhe?
Nur wegen der Impfsituation, weil es unerträglich ist, dass die nicht gelöst werden kann. Enttäuschend, dass der Sport keinen Stellenwert bei den zuständigen Personen hat. Ich leide mit unseren Athleten! Alles, was wir bräuchten, sind 70 Dosen.

Es heißt, dass es Anfang Mai die Impfung für Sportler geben soll
Wir wurden bisher nur beauftragt, mögliche Termine mit den Verbänden abzuklären. Aber Impfdosen wurden uns noch nicht zugesichert.

Wie sehr werden Sie vom IOC und von Japan über die Lage informiert?
Der Informationsaustausch mit dem IOC ist hervorragend. Aber es gab noch nie verschobene Spiele, es ist Neuland für alle. Wir wissen nicht, was in nächster Zeit bei uns und dort sein wird. Aber punkto Hygienevorschriften und Ähnlichem ist uns Japan weit voraus.

Gibt es Pläne, wie die Blase in Tokio ausschauen soll?
Ja, aber die Entscheidung wird erst drei Wochen vor den Spielen fallen. Ich hoffe, dass es bis dahin geringfügige Lockerungen gibt.

In vielen Sportarten stehen noch Qualifikationen an.
Auch da brauchen wir die Impfungen! Sonst ist das Risiko sehr groß, dass sich jemand infiziert.

Gernot Bachler
Gernot Bachler
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