05.04.2021 20:00 |

Aktion in Innsbruck

Jungbauern verteilten als „Osterhasen“ Kartoffeln

300 Innsbrucker ließen sich am Karsamstag heimische „Patati“ vor die Türe liefern. Im Rahmen der erfolgreichen Aktion, bei denen die Jungbauern als Lieferanten dienten, wurde ein Höttinger Bauer unterstützt.

Während bei einer heimischen Handelskette – wie berichtet – Erdäpfel aus Ägypten angeboten werden, bleiben die Tiroler Kartoffellager voll. Doch in so einer Welt wollen die Innsbrucker Jungbauern nicht leben: Sie setzten es sich zum Ziel, dem Höttinger Bauern Michael Abenthung beim Verkauf zu helfen – mit überwältigendem Erfolg.

Fehlender Tourismus sorgt für Kuh-Schmaus
Der Anstoß kam von der Bezirksleitung, erklärt Gebietsobmann Josef Heis: „Bauern haben heuer coronabedingt das Problem, dass durch den fehlenden Tourismus der Absatz schwach vorangeht.“ Wer auf Erdäpfeln hocken bleibt, kann diese in einer Biogasanlage entsorgen, an Tiere verfüttern oder im schlimmsten Fall wegschmeißen. Abenthung hätte sie den Kühen aufgetischt.

„Durch die Aktion der Jungbauern haben wir eigentlich fast alle Kartoffeln verkaufen können. Sie haben die Aktion super beworben“, zeigt sich der Bauer dankbar. Über Social Media machte der Verein bekannt, dass die heimischen Kartoffeln in Säcken zu 5, 10 oder 25 Kilo erhältlich seien, die am Karsamstag dann ausgeliefert werden würden.

Nachfrage riesengroß, Logistik aber eher klein
Ein Euro kostete das Kilo – der Erlös wurde 50/50 zwischen Bauer und Jungbauern aufgeteilt. Wie Heis schildert, waren die Anfragen enorm: „Wir haben insgesamt etwa 8000 Kilo verkauft und es wäre noch weitaus mehr möglich gewesen. Aber wir sind ein Verein und keine Logistikfirma, das hätten wir nicht geschafft.“ Doch die restlichen Interessenten konnten an einen der sechs Verkaufsstände der Stadt Innsbruck verwiesen werden, der von Abenthung in den vergangenen Wochen viermal betrieben wurde.

Zur Lieferung an die Anrainer, die noch rechtzeitig bestellt hatten, steuerte die Firma „mov-e-now“ freiwillig einen E-Transporter bei – insgesamt standen etwa zehn Fahrzeuge im Einsatz. Viele Kunden ließen sich bei der Auslieferung bereits auf eine Mailing-Liste setzen, sollte die Aktion irgendwann wiederholt werden. „Wir sind in Sachen Fortsetzung guter Dinge. Die wäre ja auch mit anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen möglich“, betont Heis.

Doch vorerst konnte zumindest Abenthung seine „Patati“ loswerden. Ihn freut’s: „Ich finde es super von der Bevölkerung, dass man uns hilft und nicht Kartoffeln aus dem Ausland kauft.“

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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