24.03.2021 06:15 |

Gäste-Ansturm

90 neue „Zuzügler“ in einem Ort an nur einem Tag

Jetzt geht das Spiel also wieder von vorne los: Statt sich an die Lockdown-Regeln zu halten und zu Hause zu bleiben, planen offenbar wieder viele Gäste aus dem In- und Ausland, ihren Osterurlaub in der Steiermark zu verbringen. Die Behörden sind vorgewarnt und versprechen für die Ferien abermals, scharf zu kontrollieren.

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Christian Sulzbacher klingt müde. Seit nunmehr einem Jahr ist der Bezirkshauptmann von Liezen mit beinahe nichts anderem als der Pandemie beschäftigt: „Wenn die Leute in die Einhaltung der Corona-Regeln nur halb so viel Energie stecken würden wie in deren Umgehung, dann hätten wir heute sicherlich kein Problem mehr“, seufzt er.

Auf dem Schreibtisch des 61-Jährigen stapeln sich die Bescheide: „Die Leute werden in puncto Urlaubsplanung immer kreativer. Da gibt es das Buy-to-let-Modell, Geschäftsreisende und Zweitwohnsitzler. Neuerdings haben wir es auch mit Stiftungen zu tun, deren Immobilien von auffallend vielen Mitgliedern genutzt werden können, unaufschiebbare Krankenbesuche und vieles mehr“, weiß Sulzbacher.

Extrembeispiele fallen ihm spontan einige ein: „Ein Bürgermeister aus meinem Bezirk hat mir von 18 Zweitwohnsitzlern erzählt, die auf eine kleine Wohnung in kurzer Zeit angemeldet wurden, ein anderer von 90 neuen Anträgen auf Zweitwohnsitz an nur einem Tag“, so der Bezirkshauptmann.

Urlaubsrückkehrer als zusätzliche Zeitfresser
Dass in den Osterferien wieder verschärft in sämtlichen steirischen Tourismusregionen kontrolliert wird, steht aus gegebenem Anlass längst fest. Die Behörden haben aber auch noch auf einer anderen Front immer mehr zu tun: „Aktuell haben allein wir bei uns Urlaubsrückkehrer aus Venezuela, Dubai, Brasilien, den Malediven, Südafrika und Großbritannien. Oft sind es ganze Familien, nicht nur Einzelpersonen, die vielleicht geschäftlich unterwegs waren“, berichtet Sulzbacher.

Bis zu zweimal täglich muss die Polizei zu den Betroffenen ausrücken, um die Quarantäne-Einhaltung zu kontrollieren. Nachsatz: „Das machen die übrigens nicht zum Spaß, sondern um die gefährlichen Mutationen mit aller Kraft abzuwehren.“

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