12.03.2021 10:09 |

„Nichts hergeschenkt“

Mündliche Matura bleibt auch heuer freiwillig

Auch bei der heurigen Matura werde nichts hergeschenkt, betonte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Freitag. Das Schuljahr soll dabei für die Abschlussklassen bis zum 30. April dauern, danach folgen drei Wochen intensive Vorbereitung mit Ergänzungsunterricht. Die mündliche Prüfung soll letztlich, wie schon im Vorjahr, freiwillig bleiben - zudem wird auch ein Aufstieg in die nächste Klasse trotz Fünfer im Zeugnis wieder möglich.

Neben den Erleichterungen für die Maturaklassen soll durch den automatischen Aufstieg trotz negativer Zeugnisnote auch den Schülern in anderen Schulstufen entgegengekommen werden, erklärte Faßmann in einer Pressekonferenz. Grundvoraussetzung dafür ist, dass man dieses Fach im Vorjahr positiv absolviert hat. Außerdem findet im Sommersemester nur eine Schularbeit pro Fach statt.

Themenbereiche bei mündlichem Antritt gekürzt
Bei der mündlichen Matura haben die Schüler die Wahl, diese ganz auszulassen oder nur in einzelnen Fächern eine Prüfung zu absolvieren. Treten sie nicht an, erhalten sie in diesem Gegenstand im Maturazeugnis die Note des Jahreszeugnisses. Falls Schüler sich für eine mündliche Matura entscheiden, können die Themenbereiche um bis zu 30 Prozent gekürzt werden. „Wer es machen möchte, ist natürlich eingeladen“, so Faßmann. 

Als kleiner „Motivationsfaktor“ wird im Maturazeugnis vermerkt, ob die mündliche Prüfung absolviert worden ist oder nicht. Neben dem möglichen Entfall der mündlichen Abschlussprüfung soll auch die Präsentation der vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) in diesem Jahr optional sein.


Neuer Notenschlüssel für Mathematik
Wie geplant findet dagegen die schriftliche Matura statt. Sie startet am 20. Mai, wobei die bereits bekannten Erleichterungen gelten: So wird etwa die Arbeitszeit wie schon im Vorjahr um eine Stunde verlängert. Erreichen die Schüler mindestens 30 Prozent der Punkte, wird die Note des Jahreszeugnisses bei der Ermittlung der Maturanote einbezogen. Bei der Matura werde jedenfalls „nichts hergeschenkt“, so Faßmann. Man dürfe dabei aber auch nicht so tun, als ob nichts wäre. 

Für Mathematik an der AHS gilt der bereits zu Schuljahresbeginn bekanntgegebene neue Notenschlüssel, bei dem die schwierigeren, textlastigen Aufgaben reduziert wurden. Einzige Änderung: Alle Schüler, die die Variante mit vier schriftlichen Matura-Prüfungen gewählt haben, müssen nur drei schreiben (Deutsch, Mathematik, Fremdsprache) - das vierte Fach ist freiwillig.

Automatischer Aufstieg oder Klassenkonferenz
Auch in allen anderen Schulstufen gibt es ähnliche Regelungen wie schon im Vorjahr: Bei einem einzigen Fünfer im Zeugnis darf ein Schüler automatisch (also ohne Nachprüfung) in die nächste Klasse aufsteigen - heuer allerdings nur dann, wenn er im Vorjahr das betreffende Fach positiv absolviert hat. Bei zwei oder mehr Fünfern liegt die Entscheidung über den Aufstieg ohne Nachprüfung bei der Klassenkonferenz.

Mit einer weiteren Regelung wird die gesetzliche Höchstdauer des Schulbesuchs um ein Jahr verlängert. Das betrifft all jene Schüler, deren Schulpflicht mit einem negativen Zeugnis endet - diese können nun freiwillig ein weiteres Schuljahr anhängen.

Keine „verlorene Generation“
Dass durch die Erleichterungen in den Schulen eine „verlorene Generation“ entstehen würde, möchte Faßmann nicht so einfach stehen lassen. Es soll keine Nachteile für jene geben, die die mündliche Matura nicht gemacht haben. Das Maturazeugnis sei auf jeden Fall gültig.

Man habe ja auch das ganze restliche Schuljahr etwas geleistet, ergänzt Isabella Zins, Sprecherin der AHS-Direktorinnen und -Direktoren. Insbesondere das psychische Wohlergehen der Schülerinnen und Schüler sei mit der fortdauernden Pandemie wichtig. Es brauche jetzt Klarheit, wie das Jahr zu Ende gehen soll, dies sei nun als gegeben, so Zins.

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