25.02.2021 07:09 |

Umgang mit Pandemie

Kindergärten fordern endlich einheitliche Regeln

Immer noch haben Kindergärten in Österreich unterschiedliche Regelungen im Umgang mit der Corona-Pandemie und das führt zu Unverständnis und Kritik. „Es ist ein Wahnsinn, dass die Häuser sich in diesen Zeiten selber Maßnahmen stricken müssen, wie sie zurechtkommen“, kritisierte Natascha Taslimi, die Sprecherin des Netzwerks Elementare Bildung in Österreich (NeBÖ). Sie will etwa einheitliche Vorgaben, wann während eines Lockdowns Betreuung angeboten wird.

Dass die Öffnungszeiten der Kindergärten trotz Pandemie nicht angepasst wurden, ist für Taslimi nicht nachvollziehbar. Eltern, die derzeit nicht Vollzeit arbeiten, sollten ihre Kinder auch nicht ganztägig im Kindergarten betreuen lassen können, „weil eben Pandemie ist“. Die Kindergärten berichteten von 80 Prozent Auslastung, gleichzeitig sollten die Gruppen im Garten oder in Früh- und Spätbetreuung nicht durchmischt werden. „Solange diese Öffnungszeiten allen über die gesamte Dauer offenstehen, ist das nicht stemmbar“, so die NeBÖ-Sprecherin.

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„Solange diese Öffnungszeiten allen über die gesamte Dauer offenstehen, ist das nicht stemmbar.

Natascha Taslimi, Sprecherin des Netzwerks Elementare Bildung in Österreich

Die Kindergartenleitungen bräuchten außerdem administrative Unterstützung, um Pandemie-bedingte Zusatzaufgaben - etwa bei der Verwaltung der Gurgeltests - abzufangen. Diese würden so viel Zeit schlucken, dass die Leitungen nicht mehr in den Gruppen stehen können.

Kinder brauchen ausreichend Förderung
Dabei werde der ohnehin seit Jahren bestehende Personalmangel derzeit durch Pädagoginnen und Assistentinnen, die wegen Covid-19 ausfallen, noch weiter verschärft. Zusätzliche Mittel sind aus Taslimis Sicht auch notwendig, um Kinder im verpflichtenden letzten Kindergartenjahr zu fördern. Diese hätten Corona-bedingt Bildungszeit verloren, hier brauche es zusätzliche Angebote etwa im Bereich der Sprachförderung.

Ausstattung hat sich verbessert
Leichte Verbesserungen gebe es bei der Ausstattung mit Schutzmaterial, so bekomme man mittlerweile wenigstens eine FFP2-Maske pro Woche für jede Mitarbeiterin bzw. jeden Mitarbeiter. Mittlerweile würden auch mehr Pädagoginnen als bisher die Maske bei der Arbeit in der Gruppe tragen, „weil sie sagen, sie haben auch ein Recht auf ihre Gesundheit und das Risiko ist ihnen zu hoch.“ Gerade die älteren Kinder würden laut ihren Rückmeldungen großteils gut damit zurechtkommen.

Verbesserungsbedarf bei den Tests
Weiterhin Verbesserungsbedarf sieht Taslimi bei den vorgeschriebenen wöchentlichen Berufsgruppentestungen. In den Städten funktionierten diese mittlerweile ganz gut, „aber am Land ist das noch immer eine Katastrophe“, beklagt sie. Für jene Mitarbeiterinnen, die am Testtag ihrer Einrichtung keinen Dienst haben und ihren Test anders organisieren müssen, gebe es dort wenig Alternativen wie Apotheken oder Schnupfenboxen, was zu teils extrem langen Anfahrtszeiten zu den regionalen Teststellen führe. „Das Testen muss besser zugänglich gemacht werden und in der Praxis umsetzbar sein“, fordert Taslimi deshalb und wünscht sich eine flächendeckende Belieferung der Kindergärten mit den an den Schulen eingesetzten anterio-nasal-Tests - auch wenn diese nach derzeitigem Stand weniger valide sind als andere Testverfahren.

Quelle: APA

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