15.02.2021 22:57 |

„Niemand ist sicher“

Neue WTO-Chefin warnt vor „Impf-Nationalismus“

Die neue Welthandelsorganisationschefin Okonjo-Iweala hat in einem ersten Statement vor nationalistischen Alleingängen bei den Impfstrategien gegen das Coronavirus gewarnt. „Niemand ist sicher, bis alle sicher sind“, mahnte sie auch mit Blick auf die von der Pandemie enorm betroffenen Weltwirtschaft.

„Impfstoff-Nationalismus wird sich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht auszahlen, da die Varianten kommen“, erklärte Okonjo-Iweala in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Wenn die Bürger anderer Staaten nicht geimpft seien, schlage das Virus auf einen selbst zurück. 

Enormer Verlust durch Alleingänge
Okonjo-Iweala verwies dabei auch auf Studien, wonach der Welt ein Verlust von neun Billionen Dollar (7.433,10 Milliarden Euro) an möglicher Wirtschaftsleistung drohe, wenn die ärmeren Staaten ihre Bevölkerungen nicht schnell impfen können. 

Konsens mit den USA
Die ehemalige nigerianische Finanzministerin sprach nach ihrer Wahl zur WTO-Chefin von einem „fantastischen“ Gespräch mit Vertretern des US-Handelsberaters. „Ich glaube, unsere Interessen und Prioritäten decken sich“, sagte sie. Ihr Ziel sei es, die Welthandelsorganisation (WTO) zum ursprünglichen Zweck zurückzuführen. „Es geht um Menschen. Es geht um Inklusivität. Es geht um anständige Arbeit für normale Menschen.“

Organisation als Schiedsgericht
Sie sei wie die Regierung von US-Präsident Joe Biden der Ansicht, dass das WTO-Schiedsgericht reformiert werden müsse, sagte Okonjo-Iweala weiter. „Das ist das Juwel in der Krone der WTO und wir müssen es wirklich wiederherstellen.“

Angesichts der neuen Haltung der USA seien Fortschritte trotz der verschiedenen Meinungen der Mitgliedsstaaten möglich. „Ich denke, es wird eine andere Art und Weise geben, um an einer Lösung zu arbeiten.“ Das Schiedsgericht war wegen des Widerstandes der alten US-Regierung unter Donald Trump handlungsunfähig geworden.

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