12.02.2021 16:21 |

Mit „Reintesten“

Fitnesscenter hoffen auf Wiedereröffnung im März

Seit Beginn der Corona-Pandemie waren die Fitnesscenter, Yogastudios, Kampfkunstschulen und andere Indoor-Sporteinrichtungen in Österreich insgesamt mehr als ein halbes Jahr lang geschlossen. Die Studios verlieren laufend Mitglieder und bemühen sich in Gesprächen mit Gesundheits- und Wirtschaftsministerium darum, am 1. März endlich wieder aufsperren zu dürfen. Mit Corona-Tests, wie man sie z.B. vor Friseurbesuchen machen muss, könnte das gelingen, sagt Branchensprecher Christian Hörl.

„Wir sind in laufenden Gesprächen, auch mit den Sportvereinen, um uns abzustimmen“, sagte Hörl am Freitag zur APA. „Wir waren eigentlich sogar sehr optimistisch, dass es am 24. Jänner wieder losgehen hätte sollen, bis dann das Thema dieser Mutationen immer breiter getreten wurde.“ Jetzt gebe es wieder einige Signale, die auf einen Start am 1. März hindeuten würden, „aber halt immer mit dem Vorbehalt, wie es mit den Mutationen weitergeht“.

„Reintesten“ wie beim Friseur angedacht
Die Wiedereröffnung werde aber jedenfalls wie etwa bei den Friseuren mit dem „Reintesten“ verknüpft werden. Fraglich ist noch, wie lange ein Test gelten soll - ob wie im Spitzensport eine Woche oder wie bei körpernahen Dienstleistungen 48 Stunden. Wichtig sei eine umsetzbare Lösung, so der Branchensprecher. Aus dem Gesundheitsministerium habe es dazu geheißen, ein Test sei eigentlich schon nach drei Stunden wertlos. Hörl sieht das pragmatich: „Es ist doch tausendmal besser, wenn die Leute einmal in der Woche einen Test machen, so wie es jetzt auch im Spitzensport der Fall ist. Da würde man in Summe ja immer noch eine Vielzahl von Leuten herausfischen können und hätte für alle anderen eine gute Situation.“

Eigenverantwortung gefordert
Denkbar seien auch Coronatests in den Studios selbst, ähnlich wie sie jetzt bei Kindern vor dem Schulbesuch durchgeführt werden. Zentrales Thema ist für Hörl dabei die Eigenverantwortung der Kunden, es dürfte nicht sein, dass die Betreiber z.B. bei falschen Angaben haften. „Die Überprüfung und Abstimmung bei diesen Tests können auf jeden Fall die Fitnessstudios gewährleisten.“ Die Studios könnten das leisten, „es kann keine Branche das Contact Tracing so genau machen, weil ja jeder Besuch registriert ist“.

Fast jeder vierte Kunde ist weg
Während des Lockdowns gebe es für die Fitnesscenter Staatshilfen, räumte Hörl ein, aber in den insgesamt fast sieben Monaten, in denen es keinen Zugang gab, verloren die Betriebe zwischen 20 und 25 Prozent ihres Kundenstamms. Insgesamt hätten die Studios jetzt immer noch rund eine Million Mitglieder, solange die Studios aber geschlossen sind, ist rechtlich klar geregelt, dass Mitglieder keine Mitgliedschaft bezahlen müssen. In seinen eigenen Betrieben fand Hörl mit den Kunden verschiedenen Lösungen - das reiche vom sofortigen Stopp der Zahlungen bis zur Kompensation nach Wiedereröffnung oder einer Gratis-Verlängerung der Laufzeit.

Studios bleiben auf Fixkosten sitzen
Ein besonderes Problem sei, dass die Fitnesscenter fast nur fixe Kosten hätten. Wenn jeder fünfte Kunde wegfällt, bleiben die Kosten trotzdem gleich, so Branchensprecher Hörl. Darum erhoffe man sich für die Zeit nach der Wiedereröffnung eine befristete Halbierung der Mehrwertsteuer auf 10 Prozent, ähnlich wie bei der Gastronomie. Insolvenzen habe es bisher nur sehr wenige gegeben. „Das Problem startet bei uns erst mit der Eröffnung, wenn die Hilfen für den aktuellen Monat und die Steuerstundungen wegfallen, dann sieht die Sache schon ganz anders aus“, sagt Christian Hörl.

Quelle: APA

Matthias Fuchs
Matthias Fuchs
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