Mit Rad zum Überfall

Verliebte Bankräuberin wollte Beute zurückbringen

Mit dem Fahrrad zum Banküberfall zu fahren, ist schon recht ungewöhnlich. Dann aber das Ganze ungeschehen machen zu wollen, es zuerst der Freundin zu sagen, dann sofort Bank und Anwältin anzurufen, ist filmreif. Leider ohne Happy End. Denn die junge Täterin dürfte sich in den Bankberater „verschaut“ haben.

„In meiner 20-jährigen Berufstätigkeit ist mir noch nie ein dermaßen skurriler Fall untergekommen“, sagt Anwältin Kristina Venturini. Man kann sich ihre Verblüffung vorstellen, als eine junge Frau anrief, vom Banküberfall erzählte – und nichts anderes wollte, als die Beute zur Bank zurückzubringen. Aber nur zu dem einen Bankangestellten! Der war nicht mehr vor Ort. Also deponierte sie das Geld bei der nahen Bushaltestelle – wo es von Kripo und Anwältin sichergestellt wurde.

Das Fahrrad für den Überfall hat sie einer Freundin entwendet. Und die „Waffe“ war eine mit schwarzem Klebeband umwickelte Bohrmaschine ...

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„Wieso eine Bohrmaschine als Waffe?" „Na, woher hätt ich a echte kriegen sollen?"

Richterin im Gespräch mit der Angeklagten

„Er sagte, ich soll mir doch einen Überfall überlegen“
Schulden hatte die 20-Jährige aus dem Pulkautal in Niederösterreich. Nicht viele, aber so, dass sie ihren Kredit aufgestockt haben wollte, den ihr „ihr“ Bankberater gutgläubig eingeräumt hatte. Eine Erhöhung lehnte er jedoch ab. „Und dann hat er mir gesagt, ich soll mir doch einen Überfall überlegen“, schildert die junge Frau Richter Klebermasz in Korneuburg.

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„Wenn dich jemand bedroht, geht es eher nicht um den Abschluss eines Bausparvertrages.“

Der Bankangestellte

Bankangestellter: „Zehn Kilo hab ich abgenommen“
„Warum sollte er das tun?“, will Herr Rat wissen. Da kommt Verschämtes über eine „Beziehung“ über das Geschäftliche hinaus – die darin bestand, dass sie ihm Fotos in Unterwäsche schickte. Er reagiert nicht. „Zehn Kilo hab ich durch die Sache abgenommen, aber nicht, weil ich mit dem Überfall nicht klarkomme“, so der Banker (30). „Ich bin wieder Vater geworden, mache gerade einen Karrieresprung. Das setz ich für nichts und niemanden aufs Spiel!“

Die junge Frau senkt den Kopf. Verschmähte Liebe als Motiv für den patscherten Bankraub? Acht Monate in Haft hat sie Zeit, darüber nachzudenken.

Gabriela Gödel, Kronen Zeitung

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