Der Maschinenbau-Student war in der Nacht auf dem Heimweg von seiner Freundin aus München und fuhr "gut gelaunt bei Radiomusik dahin". Bei Laakirchen in Oberösterreich fuhr ihm der Schreck in die Glieder: "Ich sah zwei Lichter auf der Gegenfahrbahn auf mich zukommen, dann flogen sie mir auch schon über die Betonleitwand entgegen."
Alles spielte sich blitzartig ab, doch der 23-Jährige hat noch jedes Bild im Kopf: "Ich wich auf die Überholspur aus, sah, dass es sich nicht ausgeht. Der Wagen kam in einer Spirale auf mich zu, die Lichter waren schon direkt vor der Windschutzscheibe." Geistesgegenwärtig duckte sich Bernd nach rechts weg, in den Fußraum auf der Beifahrerseite. Der Student erinnert sich an jede einzelne Sekunde: "Dann hat's einen Klescher gemacht, ich hab ein paar Worte gebetet, und da hat's noch mal gekracht. Danach war's gespenstisch still."
"Er sah mich an, als wäre ich ein Geist!"
Der nächste Gedanke: "Schnell raus, ehe auch noch von hinten einer ins Auto kracht!" Als der Student ausstieg, sah er, dass hinter ihm schon ein Lastkraftwagen gestoppt hatte. "Der Fahrer schaute mich an, als wäre ich ein Geist", erinnert sich der junge Techniker an die dramatischen Augenblicke. Dann erst merkte er, dass er voller Blut war. Im Lkw suchte er Schutz, bis Polizei, Feuerwehr und Rettung eintrafen.
"Bei allen sitzt der Schock ziemlich tief"
Im Spital in Gmunden kam dann die Entwarnung: Nur zwei sechs und sieben Zentimeter lange Schnittwunden am Kopf, sonst gar nichts. Ein Wohnungskollege aus Graz hat sich angeboten, Bernd umgehend aus dem Spital nach Hause in die Steiermark zu holen. Auch der 21-jährige Unfallgegner Calin M. aus Gampern, der in Fahrtrichtung Salzburg auf Schnee ins Schleudern geraten war und mit dem Auto abgehoben hatte, kam glimpflich davon, so auch Freundin Daniela H. (18) aus Bruck an der Mur. "Wir hatten schon Kontakt, bei allen sitzt natürlich der Schock ziemlich tief", so R.
von Markus Schütz, Kronen Zeitung
Bild: BTF Steyrermühl; Klemens Fellner
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