25.01.2021 17:00 |

Schon 23.000 gemeldet

Steirische Senioren sehnen sich nach Impfung

Am Montag startete das Anmelde-Prozedere für die über 80-Jährigen zur Corona-Schutzimpfung - und die Nachfrage in der Steiermark war groß: Bereits in den ersten drei Stunden registrierte man 11.100 Interessierte, insgesamt waren es 23.000. Kritik an fehlendem Infofluss kommt parallel von Bewohnern und Bürgermeistern.

Von einer Impfskepsis ist bei den Steirern älteren Semesters nicht viel zu bemerken: Bereits in den ersten drei Stunden haben sich am Montag 11.100 von ihnen für eine Corona-Schutzimpfung vormerken lassen. „Das ist mehr als ein Siebentel aller 75.000 in der Steiermark wohnhaften über 80-Jährigen“, freut sich Impfkoordinator Michael Koren über die „gut angelaufene“ Registrierungsphase. Am Ende des Tages waren es sogar 23.000 Registrierungen, die beim Land Steiermark eingingen.

Viele Anrufe in Gemeindestuben
Ihr Interesse konnte die Bevölkerungsgruppe entweder über die vom Land eigens eingerichtete Internet-Seite anmeldung.steiermark-impft.at oder über einen Anruf in ihrer Heimatgemeinde bekunden. Letzteren Weg wählte wenig überraschend die Mehrheit der Senioren: „Bei uns geht’s seit in der Früh rund“, heißt es etwa von Trofaiachs Bürgermeister Mario Abl. Langeweile kam bei den Bediensteten nie auf: „Die Anrufer wollen sich ja nicht nur anmelden, sondern haben auch viele Fragen. Nur: Auskünfte zum weiteren Vorgehen können wir leider so gut wie keine geben“.

Kritik an nicht vorhandenem Plan B
Dass es nach der Registrierung der Impfwilligen nun bis auf Weiteres damit auch wieder getan ist, sorgt für viel Kritik: „Wir wissen eigentlich gar nichts. Darf der Hausarzt oder gar der Apotheker impfen oder ist dies nur in einer Impfstraße möglich? Auch Infos zum Zeitpunkt haben wir nicht“, sagt Ludwig Gottsbacher, Bürgermeister von Radmer.

Infos dürftig und oft zu spät
Der Altersdurchschnitt ist in der kleinen obersteirischen Gemeinde besonders hoch, der nächste Arzt 25 Kilometer entfernt: „Für einen infrastrukturschwachen Ort wie unseren brauchen gewisse Dinge mehr Vorlaufzeit. Ein Bringdienst zum Arzt müsste beispielsweise erst organisiert werden“, so Gottsbacher, zur Zeit übrigens als enge Kontaktperson selber in Quarantäne.

Unzufriedene Bürgermeister
Wann es mit den Impfungen soweit ist, hängt natürlich in erster Linie von den Lieferungen der Pharmafirmen ab. „Aber vermutlich erfahren wir Gemeinden ohnehin wieder als letztes von weiteren Ideen“, so der einheitliche Tenor unter den Bürgermeistern.

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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