22.01.2021 21:46 |

Sturm auf Kapitol:

Trump unterstützte Organisatoren mit 2,7 Mio. $

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat Medienberichten zufolge mehr als 2,7 Millionen US-Dollar (rund 2,2 Millionen Euro) an Einzelpersonen und Firmen zur Durchführung jener Kundgebungen bezahlt, die dazu führten, dass gewalttätige Randalierer das US-Kapitol stürmten. Das Geld stammt offiziell noch aus jenen Geldern, die eigentlich für den US-Wahlkampf vorgesehen waren.

Die Zahlungen der Trump-Kampagne sind noch Teil der Wahlkampfausgaben der vergangenen US-Präsidentenwahl, wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ am Freitag berichtete. Demnach sollen die Rechnungen offiziell am 23. November erstellt worden sein - bis zu diesem Tag wurden derlei Unterlagen noch von der Bundeswahlkommission abgesegnet. Zu dem Zeitpunkt war öffentlich jedoch noch nichts von den geplanten Protesten bekannt.

Die Gelder flossen dabei an insgesamt acht Personen, die auch sonst im Wahlkampf Trumps wichtige Rollen innehatten - darunter die Nichte von Trumps ehemaligen Stabschef Mick Mulvaney, die dabei rund 138.000 US-Dollar (ca. 110.000 Euro) erhielt.

1,7 Millionen Dollar an Eventfirma
Der größte Empfänger der Kampagnengelder ist laut dem Bericht das Unternehmen „Event Strategies Inc.“, an das mehr als 1,7 Millionen Dollar (knapp 1,4 Millionen Euro) gezahlt wurden. Die beiden Firmeninhaber fungierten als Kundgebungsleiter sowie als Bühnenmanager.

Fünf Todesopfer bei Protesten
Bei der Kundgebung trat auch Trump selbst in Erscheinung, der seine Anhänger ermutigte, in Richtung Kapitol zu marschieren. Diese stürmten daraufhin das Gebäude, um die Abstimmung des Wahlkollegiums zur Wahl Joe Bidens als nächsten Präsidenten zu unterbrechen - selbst der Republikanische Vizepräsident Mike Pence musste vor der wütenden Meute fliehen. Bei der Aktion kamen fünf Menschen ums Leben.

Verfahren wegen „Anstiftung zum Aufruhr“
Der ehemalige Präsident zeigte sich empört über den Angriff, wies aber dennoch jegliche Mitschuld an dem Drama zurück. Seine Rede im Vorfeld sei „völlig angemessen“ gewesen. Vielmehr handle es sich bei den Vorwürfen gegen ihn um eine Fortsetzung der „Hexenjagd“.

Die Debatte um das dadurch angestoßene zweite Amtsenthebungsverfahren geht damit auch nach Trumps Präsidentschaft weiter. Wie der neue US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Freitag bestätigte, werde auch das Verfahren gegen ihn weitergeführt. Konkret soll der Senat am Montag die Anklage wegen „Anstiftung zum Aufruhr“ vom Repräsentantenhaus erhalten.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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