22.01.2021 11:00 |

Sperrgebiet Streif

Rennen live: Nur im Fernseher oder mit Fernglas

„Es bringt nichts, nach Kitz zu kommen“ - das Gebiet rund um die legendäre Streif ist ein Sperrgebiet. Der „Krone“-Check zeigt, dass der Appell mit rigorosen Absperrungen in die Tat umgesetzt wird. Heute, Freitag, erfolgt der Härtetest.

„Geh seid‘s doch bitte nicht so streng“, schnauft die rüstige ältere Dame beim Security-Kontrollpunkt auf dem Zielgelände. Seit Jahren fährt Erika aus Innsbruck mit einer Freundin im Schlepptau zu den Abfahrts-Trainings mit kostenlosem Eintritt. Heuer ist der gewohnte Weg versperrt - nur für Akkreditierte offen!

„Zu 99,9 Prozent gab es bei den Absperrungen keine Probleme“, zog Markus Groder, Chef der Sicherheitsfirma VGM, nach den Trainings ein erstes Fazit. Auch an den Renntagen garantieren 70 Mitarbeiter (plus 30 Pisten-Securitys), dass das Sperrgebiet Hahnenkamm frei von unerlaubten Zaungästen bleibt. Die einzige Episode mit einem „Blockadebrecher“ war ein Tourengeher auf verbotenen Abwegen. „Wir haben ihn gleich herausgefischt“, schmunzelt Groder.

Skifahrer: Nur kurzer Blick auf Mausefalle drin
Entlang der Strecke und oben am Start das gleiche Bild: Zäune, Gitter, Security-Posten. Die Parallel-Streif ist tabu, in normalen Jahren konnten Skifahrer (mit Bezahlung des Eintritts) besondere Blicke auf die Streif erhaschen. Heuer unterbindet dies die Pisten-Security. Mitarbeiter wie Harald und Roland aus Kärnten, die auf Skiern seit Jahren in Diensten des Rennens stehen. Das Kitzbüheler Skigebiet ist geöffnet, doch eine Annäherung an die Sperrzone lohnt sich kaum: Von der schwarzen Piste zum Walde-Lift sind die entfernte Mausefalle und die Steilhang-Einfahrt einsehbar. Es sind nur wenige Sekunden live - und einen Großbildschirm samt Kommentatorenstimme wie in anderen Jahren sucht man dort vergeblich.

Bloß keine Bilder von bierseligen Gruppen
Die Polizei setzt bis Sonntag alles daran, dass Lockdown- statt Hahnenkammstimmung herrscht. Die Zufahrt und der Zugang in die Stadt sind nicht generell verboten, doch 4er-Streifen wollen alle Anflüge von Partystimmung gleich im Keim ersticken. „Wir werden das mit Gespür machen. Gruppenbildungen im Zentrum und gemeinsames Trinken müssen wir unterbinden“, kündigt Bezirkspolizeikommandant Martin Reisenzein an. Was bleibt, sind das TV-Erlebnis sowie für manche Einheimische ein geeigneter Balkon und ein Fernglas. Heuer ist wirklich alles anders ...

Andreas Moser, Kronen Zeitung

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