Linienkreuz U2 und U5

Politprominenz bei Spatenstich für U-Bahn-Bau

Wien
20.01.2021 14:46

Es ist wohl die größte Baustelle für die kommenden Jahre im verbauten Gebiet Wiens: Der Ausbau des Linienkreuzes U2xU5 geht nun richtig los. Am Mittwoch zelebrierte die versammelte Politprominenz den offiziellen Spatenstich für die Verlängerung der U2 Richtung Matzleinsdorfer Platz sowie für die Arbeiten am ersten Teilstück der neuen U5 bis Frankhplatz. Für den weiteren geplanten Ausbau der beiden Linien ist die Finanzierungsvereinbarung noch ausständig.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP), Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne), Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) und Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer griffen gegen Mittag kameratauglich zur Schaufel, um den Startschuss für die Bauarbeiten zu geben. Nach jetzigem Stand soll die neue U5 - sie wird fahrerlos unterwegs sein - ab 2026 vom Karlsplatz auf der jetzigen U2-Trasse bis zum Frankhplatz (Altes AKH) fahren. Dafür muss ab dem Rathaus eine komplett neue unterirdische Trasse gelegt werden. Rund um das kommunalpolitische Zentrum sind seit Beginn der Vorwoche größere Verkehrsumleitungen in Kraft.

(v.l.), StR Peter Hanke (SPÖ), Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne), Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und Wiener Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer (Bild: APA/HANS PUNZ)
(v.l.), StR Peter Hanke (SPÖ), Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne), Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und Wiener Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer

Station Rathaus als Umstiegsknoten
Die U2 wiederum pendelt ab voraussichtlich 2028 zwischen Seestadt und Matzleinsdorfer Platz. Hier wird ebenfalls ab der Station Rathaus - sie fungiert künftig als Umstiegsknoten zwischen der türkisen und der lila Linie - ein neuer Streckenverlauf gebaut. Insgesamt werde im Wiener Öffi-Netz dadurch eine Zusatzkapazität für 300 Mio. Fahrgäste geschaffen, hieß es. Gewessler sprach in dem Zusammenhang von „einem der größten Klimaschutzprojekte in Österreich“, das gleichzeitig auch bis zu 30.000 Jobs schaffe.

Der heutige Spatenstich fand nahe dem Frankhplatz bei der Nationalbank statt, wo die U5 nach der ersten Ausbaustufe ihre Endstelle haben wird. In den kommenden Wochen wird hier vor allem an der Oberfläche gewerkt - etwa um Asphalt aufzubrechen und Schächte einzurichten. „Schwere Tiefbaumaschinen wird man in sechs bis acht Wochen sehen“, kündigte Steinbauer im APA-Gespräch an. Die ersten Tunnelvortriebsarbeiten für die türkise Neubaustrecke sollen Mitte 2022 starten.

(Bild: APA/HANS PUNZ)

Weitere Ausbaustufe geplant
Mit den künftigen Endstationen Frankhplatz und Matzleinsdorfer Platz soll es aber nicht getan sein. Denn in der nächsten Ausbaustufe soll die U2 bis zum Wienerberg und die U5 bis zum Elternleinplatz im Bezirk Hernals fahren. Dafür fehlt aber noch die Finanzierungsvereinbarung. Zum Verständnis: Die Kosten für den U-Bahn-Bau teilen sich Bund und Stadt traditionell zur Hälfte.

Finanzstadtrat Hanke zeigte sich zuversichtlich, dass man noch im ersten Halbjahr 2021 eine Einigung erzielen werde. Eine Kostenschätzung konnte er nicht abgeben. Auch Finanzminister Blümel stellte die Kostenteilung nicht infrage. Wann er mit entsprechenden Verträgen rechnet? „Sobald die Unterlagen da und alle Fragen geklärt sind“, sagte er. Das Projekt sei immerhin „ein wichtiges für Wien und de facto für ganz Österreich“.

Was die U5 betrifft, ist im rot-pinken Koalitionsprogramm sogar eine Verlängerung bis zur Vorortelinie (S-Bahn-Station Hernals) festgeschrieben. Laut Hanke ist diese Etappe aber nicht Gegenstand der anstehenden Finanzierungsvereinbarung. Für die Strecke Elterleinplatz bis Hernals wäre somit ein weiteres Paket nötig.

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