Mordkomplott

Einbrecher wollten Pädophilen zur Strafe töten

Steiermark
23.11.2010 16:30
Weil sie auf einer Festplatte, die sie bei einem 44-Jährigen im Bezirk Graz-Umgebung erbeutet hatten, Kinderpornos fanden, sollen Einbrecher einen teuflischen Plan gefasst haben. Zuerst wollte das Duo angeblich mithilfe eines Komplizen 200.000 Euro erpressen und den Deutschen dann töten. Doch das Mordkomplott flog auf, zwei mutmaßliche Täter wurden verhaftet, der 44-Jährige angezeigt, so die Polizei am Dienstag.

Eigentlich war es ein fast schon "ganz normaler Einbruch", wie er täglich in Österreich passiert: Die zwei Polen (58 und 45 Jahre alt) waren laut Exekutive Mitte Juli in das Haus eingestiegen, als das Besitzerpaar arbeiten war. Laptops, Bargeld, Kameras, PC-Zubehör und eine Festplatte waren die Beute. Gesamtschaden: 50.000 Euro.

SMS an Ehefrau
In ihrer Wohnung durchforsteten die Verdächtigen dann die Festplatte und entdeckten schließlich zig Kinderpornos. "Dieses Schwein muss bestraft werden", entschieden die Gauner daraufhin in einer Anwandlung von Moralität. Per SMS traten sie laut Kriminalisten mit der Ehefrau des Pädophilen in Kontakt, da sie nur ihre Nummer auf der Festplatte fanden. Ein 27-jähriger Komplize, der Deutsch konnte, wurde engagiert, um zu helfen und die SMS zu verschicken. "Du bist ein Kinderschänder, wenn du nicht zahlst, gehen wir zur Polizei", stand sinngemäß in den Kurznachrichten. 200.000 Euro forderte das Trio für sein brisantes Wissen.

Trio wollte Haus anzünden
"Doch die Männer hatten das (eine Geldübergabe, Anm.) gar nie vor", berichtet der Mordgruppen-Chef Anton Kiesl. Weil die mutmaßlichen Täter annahmen, dass der Deutsche sich selbst an kleinen Kindern vergeht, stand für sie fest: Er muss sterben! Erneut kundschafteten sie sein Haus aus, prägten sich seine Gewohnheiten ein. "Sie wollten einbrechen, ihn fesseln und dann das Haus anzünden", so Kiesl. Für den Fall dass die Ehefrau zu Hause ist, wurde eine Hacke gekauft, um "auch dieses Problem zu lösen".

Gattin schaltete Polizei ein
Doch es kam weder zur Geldübergabe noch zum Anschlag. Denn die Gattin schaltete die Polizei ein. Die Kriminalisten konnten die zwei Polen schließlich in Graz verhaften. Dem 45-jährigen Dritten - er soll in seiner Heimat schon 20 Jahre wegen Mordes gesessen haben - gelang die Flucht, gegen ihn besteht ein internationaler Haftbefehl.

Der Deutsche ist indes geständig, schon seit den 1990er-Jahren kinderpornografisches Material aus dem Internet bezogen zu haben. Er wurde angezeigt.

von Eva Molitschnig ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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