Jäger rettete Bub (6)

„Es hatte minus 14 Grad und er weinte bitterlich!“

Steiermark
13.01.2021 06:34

„Ich hab’ geglaubt, ich werde tot“, stammelte der sechsjährige Bub, als Ernst Autischer ihn Montagnachmittag auf einem Forstweg im Schnee hockend fand. Waschelnass, zitternd vor Kälte und bitterlich weinend. Der kleine Skifahrer aus Linz hatte sich von einer Piste am Murauer Kreischberg (Steiermark) tief in den Wald hinein verirrt.

Horror-Moment für eine Vierfach-Mama aus Linz (OÖ) Montagnachmittag im Skigebiet Kreischberg (Bezirk Murau) - denn plötzlich war eines ihrer Kinder, der sechsjährige Sohn, weg. Sie verständigte das Liftpersonal, das umgehend in Aktion trat, schildert Reinhard Kargl, Geschäftsführer der Murtal-Seilbahnen: „Wir haben Durchsagen machen lassen, Alpinpolizei, Bergrettung und unser Pistendienst haben mit der Suche begonnen.“

Kurz bevor die Entscheidung gefällt wurde, die Aktion groß auszuweiten, meldete sich glücklicherweise Ernst Autischer bei seinem langjährigen Freund Reinhard Kargl.

„Komm, ich bringe dich wieder zu deiner Mama“
Der 55-Jährige hatte den Buben auf einer Forststraße im Lorenzergraben kilometerweit von der Skipiste entfernt gefunden. „Es war ein Zufall, dass ich dort hingekommen bin. Ich war auf dem Weg zu einem Klienten in der Nähe, hatte aber noch ein längeres Telefonat und bin deswegen ein bisschen in der Gegend herumgefahren“, erzählt der hauptberufliche Steuerberater. „Der Bub ist im Schnee gesessen und hat bitterlich geweint.“

Man sieht noch die Abdrücke im Schnee. (Bild: Helena Autischer)
Man sieht noch die Abdrücke im Schnee.

Der Sechsjährige erzählte ihm, dass er sich verirrt habe, dass ihm furchtbar kalt sei und seine Füße nass seien, weil er durch einen Bach gegangen sei. „,Komm, wir fahren zu deiner Mama‘, hab‘ ich zu ihm gesagt. ,Du bist ein Held, denn nur ein Held kann so was schaffen.‘ Dann hörte er auf zu weinen.“

Zitat Icon

Als wir zur Talstation zurückgekommen sind, ist gleich seine kleine Schwester mit Tränen in den Augen hergelaufen.

Ernst Autischer

Eineinhalb Stunden war er alleine unterwegs, doch bis auf eine leichte Unterkühlung blieb der Bub zum Glück unverletzt. „Wir sind heilfroh, dass es so gut ausgegangen ist“, sind auch Reinhard Kargl und seine Pistenretter spürbar erleichtert über den Ausgang.

„Mir wurde auch einmal das Leben gerettet“
Für den Murauer Ernst Autischer schließt sich jetzt der Kreis, wie er im „Steirerkrone“-Gespräch berührt erzählt: „Als ich sieben Jahre alt war, wurde mir auch einmal das Leben gerettet. Ich bin im Eis eingebrochen. Ein Mädchen, das vorbei kam, holte Hilfe. Ohne sie würde es mich heute vermutlich gar nicht mehr geben.“

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