Aufruf zum Verzicht

Hoffnung auf ruhigen Jahreswechsel

Der diesjährige Silvesterabend wird wohl mehr denn je herbeigesehnt, zu viel hat uns das Jahr 2020 bereits abverlangt. Die neue Verordnung zur Ausgangsbeschränkung sieht klar vor, dass es diesmal keine Partys und keine Ausnahmegenehmigung für private Feuerwerke geben darf. Für Haus-, Nutz- und Wildtiere könnte der 31.12. daher weniger Stress und Angst bedeuten. Fraglich, ob sich auch alle daran halten.

Zahlreiche Städte und Gemeinden verzichten heuer österreichweit auf öffentliche Feuerwerke, und das Ausgehverbot von 20 bis 6h könnte seit langem erstmals dafür sorgen, was Tier- und Naturschützer seit langem fordern: weniger Tierleid und eine Entlastung der Umwelt. Seit Jahren gibt es immer wieder Appelle, auf die bunte Knallerei zu verzichten. Allerdings werden diese viel zu selten gehört und berücksichtigt.

Dabei liegen die Auswirkungen klar auf der Hand: Die Feinstaubbelastung steigt in dieser Nacht sprunghaft an und belastet unsere Atmungsorgane - nicht nur in Zeiten einer weltweiten Pandemie mit einem Virus, das sich oft in der Lunge festsetzt. Auch durch den Müll der abgebrannten Raketenkörper gelangen schädliche Stoffe in den Kreislauf unserer Natur.

Am meisten betroffen von der Knallerei ist allerdings unsere Tierwelt. Zur Zeit haben Tierarztpraxen Hochbetrieb weil sich besorgte Besitzer schon jetzt mit Beruhigungsmitteln für ihre Vierbeiner eindecken. Am Silvestertag versetzen bereits viele Stunden vor Mitternacht völlig unnötige Böller unsere Haustiere in Panik, manche Hunde reißen sich sogar angstvoll beim Gassigehen los und müssen verzweifelt gesucht werden. Aber auch in den Tierheimen, Ställen und Wäldern spielen sich dramatische Szenen ab, viele Tiere gehen an dem Stress und den Folgen der Knallerei qualvoll zu Grunde.

„Haustiere können zumindest durch die Zuwendung ihres Besitzers und beruhigende Medikamente einigermaßen betreut und begleitet werden. Ich empfehle immer mit Vorhängen abzudunkeln, Musik aufzudrehen und die Tiere nicht zu sehr zu trösten - das würde sie nur in ihrer Angst bestärken. Katzen sollte man an diesem Tag gar nicht rauslassen und die Gassi-Runde mit dem Hund nicht spät und auf alle Fälle an der Leine zu machen. Idealerweise holt man sich bereits ein paar Tage zuvor Medikamente und weitere Tipps vom Tierarzt“, so „Krone“ Tierexpertin Maggie Entenfellner. „Aber für viele Wildtiere die in der kalten Jahreszeit ihren Stoffwechsel herunter fahren, ist der Stress dieser Nacht verheerend - Flucht und Panik kosten wertvolle Energie und enden zu oft tragisch mit einem Unfall.“

Die Tierecke möchte daher dazu aufrufen, nicht nur - aber vor allem - in diesem Jahr auf die in allen Belangen kostspielige Ballerei zu verzichten. Ihrer Gesundheit, der Natur und unserer Tierwelt zuliebe.

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Montag, 25. Jänner 2021
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