15.12.2020 16:45 |

Trauer um Otto Baric

„Ein ganz Großer für den heimischen Fußball“

Rudi Quehenberger hat mit Otto Baric „einen Freund verloren“ und seine Ex-Spieler einen für ihre Karrieren extrem prägenden Menschen. Wie Pfeifenberger, Weber und Co. an den „Maximalen“ zurückdenken.

Mit 88 Jahren hat Otto Baric ein gesegnetes Alter erreicht. Trotzdem wären dem „Maximalen“ vielleicht ein paar Jahre mehr vergönnt gewesen, hätte ihn nicht das Corona-Virus erwischt. Auf jeden Fall bewegte der Tod der Trainerlegende am Sonntag das ganze Land, Salzburg im Speziellen. Denn ohne Baric wäre das Austria-Wunder der 1990er-Jahre samt Einzug ins UEFA-Cup-Finale 1994 gegen Inter Mailand nicht möglich gewesen.

Quehenberg trauert um Baric
Mit tiefer Trauer vernahm Ex-Austria-Präsident Rudi Quehenberger das Ableben. „Immer wieder, auch nach seiner Karriere, durfte ich Otto in Salzburg begrüßen. Er blieb, was er immer war: Ein hellwacher Geist, meinungsstark.“ Für Salzburgs Jahrhundert-Kicker Heimo Pfeifenberger, der im November seinen Vater zu Grabe tragen musste, war Baric „sehr prägend“.

Seine Attribute: „Ein super Gespür, er hat sich extrem viel mit Fußball auseinander gesetzt, nächtelang Videos studiert. Er war Fachmann & Entertainer, ein ganz Großer für den heimischen Fußball.“

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Ein Spieler warf mal falsch ein. Otto wollte ihm in der Pause zeigen, wie’s geht. Dabei zerstörte er ein Bild, das an der Wand hing. Es zersplitterte, traf sogar Heri Weber. Er war voller Temperament!

Leo Lainer, mit 354 Einsätzen unter Otto Baric dessen "Rekordspieler"

„Für ihn durchs Feuer“
Hermann Stadler lobte das Gespür für die Spieler, die richtige Dosierung zwischen Be- und Entlastung, die Motivationsfähigkeit. „Und er gab dir immer das Gefühl, er zählt auf dich.“

Für Leo Lainer war der Tod von Baric „ein Schlag“. Der 60-Jährige ist mit 354 Einsätzen Rekordspieler unter „Otto Maximale“, wäre für ihn durchs Feuer gegangen. „Er hat es verstanden, uns heiß zu machen.“

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Bei seinen Ansprachen war er sehr lautstark und emo- tional. Am Ende war er waschelnass, als hätte ihn jemand bespritzt. Dann meinte er: ’Jetzt erwarte ich von euch, dass ihr auch so schwitzt!’

Heribert Weber stand unter Trainer Baric zweimal in einem Europacupfinale

Weber: „Er war seiner Zeit voraus“
Heribert Weber stand, wie Lainer, zweimal unter Baric in einem Europacupfinale. Und er besuchte ihn im Vorjahr in Kroatien. „Die Todesnachricht machte mich sehr traurig.“ Die tollen Erinnerungen bleiben. „Er war unglaublich ehrgeizig“, erzählte Weber, „der Zeit voraus, auch menschlich.“

Der Steirer war daran beteiligt, dass Baric in die Mozartstadt kam. „Rudi Quehenberger fragte mich eines Tages, was ich davon halten würde, sollte er Baric holen. Ich antwortete, dass uns nichts Besseres passieren könnte.“ Der Rest ist Salzburger Fußball-Geschichte!

Herbert Struber
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Christoph Nister
Christoph Nister
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