Neue Putz-Studie

Österreicher putzen immer weniger

Wohnkrone News
12.11.2010 10:14
Nicht mehr so genau wie noch vor fünf Jahren nehmen es Herr und Frau Österreicher 2010 mit der Sauberkeit im Haushalt. Das ergab nun die große Putz-Studie von Haushalt.aktiv. Verglichen wurden die aktuellen Daten mit den Ergebnissen der ersten Putz-Studie im Jahr 2005. Auch die Liste der beliebten und unbeliebten Haushaltstätigkeiten hat sich deutlich geändert. Gleichgeblieben hingegen: Männer putzen noch immer deutlich weniger als Frauen.

Die Haushaltsarbeit ist auch 2010 noch immer eindeutig die Domäne der Frauen, die ihnen die Männer auch gar nicht streitig machen. Im Durchschnitt investieren Frauen zwölf Stunden pro Woche in den Haushalt, Männer hingegen nur bescheidene vier Stunden. Wobei bei den Männern – wie auch schon im Jahr 2005 – eine große Kluft zwischen Fremd- und Selbsteinschätzung klafft: Männer selbst behaupten, rund 5,6 Stunden im Haushalt zu arbeiten, Frauen gestehen ihnen allerdings nur knapp die Hälfte dieser männlichen Selbsteinschätzung, nämlich 2,6 Stunden, zu.

Sechs Stunden pro Woche wird weniger geputzt
Von wem auch immer – Tatsache ist, dass heute in den heimischen Haushalten insgesamt weniger lang geputzt wird als im Vergleichsjahr 2005. Damals erklärten die Österreicher, rund 18 Stunden pro Woche für ein sauberes Heim aufzuwenden, heute allerdings nur mehr zwölf Stunden. Diese „Fehlputzstunden“ werden auch nicht durch Reinigungshilfen ausgeglichen.

Immer bequemer macht es sich auch der Nachwuchs: Vor fünf Jahren halfen Kinder noch 2 Stunden und 45 Minuten, 2010 gerade einmal eine Stunde pro Woche.

Und woran krankt die heimische Putz-Lust? Diese Antwort lässt die Studie bewusst offen. Es mag nun daran liegen, dass die Österreicher schneller und effizienter putzen, dass sie es einfach nicht mehr so genau nehmen oder aber dass die Teilnehmer der Studie in der Beantwortung einfach ehrlicher gewordener sind.

Tägliches Putzen nicht mehr beliebt
Die höchste Rückgangsquote gab es in Sachen tägliches Putzen. 2005 putzten noch 83 Prozent der Frauen und immerhin 41 Prozent der Männer täglich Herd und Arbeitsplatten. Heute tut's nur mehr knapp die Hälfte davon. Interessant dabei ist, dass das bei Weitem nicht mit mangelnder Kochlust zusammenhängt. Im Gegenteil: Kochen selbst hat sich zur beliebtesten Haushaltstätigkeit aufgeschwungen, was sich auch daran zeigt, dass der Geschirrspüler häufiger verwendet wird.

Zwölf Prozent der Befragten saugen täglich, das sind um vier Prozent weniger als im Jahr 2005. Das WC wird nur mehr von jedem Zehnten täglich gereinigt und immerhin noch sieben Prozent sorgen Tag für Tag für ein sauberes Bad.

Alle anderen täglichen Putz-Tätigkeiten fallen 2010 sogar noch mehr ab: Rund vier Prozent waschen täglich die Böden und etwas mehr als zwei Prozent halten eine tägliche Reinigung ihrer Schuhe für erforderlich.

Die neue Kochlust der Männer
2005 taten die Österreicher im Haushalt am liebsten das: den Einschaltknopf ihrer Geschirrspülmaschine zu drücken. 2010 ist Kochen die liebste heimische Haushaltstätigkeit. Verantwortlich dafür sind die Männer: Denn während bei Frauen die Freude am Kochen zurückgegangen ist – nur mehr 47 Prozent der Frauen tun dies heute gerne –, stieg die Begeisterung der Männer von knappen 30 Prozent (2005) auf gleich einmal 37 Prozent. Die begeistertsten Köche sind im Übrigen in Tirol und Vorarlberg zu finden.

Nach dem Geschirrspülen nimmt Wäschewaschen Platz drei auf der Beliebtheitsskala der Haushaltsarbeiten ein. Groß ist hier wiederum der Unterschied zwischen den Geschlechtern – jede dritte Frau liebt es, aber nur einer von zehn Männern auch. Platz vier geht eindeutig an das Staubsaugen.

Und was wollen wir so gar nicht? Da gab es in den letzten fünf Jahren doch die ein oder andere deutliche Verschiebung: Das Wäschewaschen mit der Hand erweist sich 2010 als unbeliebteste Hausarbeit überhaupt (2005: Silberbesteck und Gläser putzen). Den zweiten Platz in der Negativliste teilen sich WC putzen mit Vorhänge waschen und Fenster putzen.

Eine Imageaufwertung erfuhr das Bügeln: 2005 gab jeder zweite Österreicher an, es überhaupt nicht zu mögen, heute nur mehr knapp 37 Prozent. Verantwortlich dafür sind - wie auch beim Kochen - die Männer, die sich mittlerweile ganz gut mit dieser Tätigkeit angefreundet haben.

Und noch einige Putz-Details
Intim wird es mit der Frage nach dem Bettwäschewechseln: Knapp 40 Prozent der Österreicher wechseln diese immerhin zwei- bis dreimal im Monat, 21 Prozent sogar einmal in der Woche, 22 Prozent halten hingegen einmal im Monat für völlig ausreichend. Aber: Immerhin sechs Prozent geben an, höchstens drei Mal jährlich (!) die Bettwäsche frisch zu beziehen.

55 Prozent der Befragten legen großen Wert auf Sauberkeit in WC, Bad und Küche, bei den anderen Räumen sehen sie es nicht so eng, das muss nicht immer blitzsauber sein. 27 Prozent geben sich allein schon damit zufrieden, dass es „sauber aussieht“, und oberflächliches Putzen daher völlig ausreichend sei.

Ja, und dann gibt es da noch stolze elf Prozent, die kein Problem damit haben, unordentlich zu sein und auch voll dazu stehen.

Änderungen im Vergleich zu 2005 gab es auch Sachen Reinigungsmittel. 2005 waren vor allem Waschmittelpulver und Jumbopackungen beliebt, heute ist der Griff differenzierter und man greift auch gerne zu Flüssigwaschmitteln und Gelen. Flüssige „Superkonzentrate“ erfreuen sich immer höherer Beliebtheit.

Die Studie „So putzt Österreich 2010“ wurde von Marketagent im Auftrag von Haushalt.aktiv durchgeführt. (2005: Spektra im Auftrag von Haushalt.aktiv).

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