04.12.2020 13:56 |

Kaum Möglichkeiten

Schulen: Nur wenige werden Ausweichquartier nutzen

Mit der Rückkehr in die Schulklassen werden nur wenige Schulen auf ein Ausweichquartier zur Vergrößerung des Sicherheitsabstands unter den Schülern zurückgreifen. Während viele Gebäude vor allem im ländlichen Raum ohnehin über ausreichend Platz verfügen, können viele auch auf die Klassenzimmer der Oberstufen ausweichen, die weiterhin im Fernunterricht bleibt. Vielerorts mangelt es aber schlicht auch an Alternativen - die angebotenen Ausweichquartiere haben sich dabei oft als nicht sinnvoll herausgestellt.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat zuletzt die Gemeinden dazu aufgerufen, sich nach passenden Ausweichquartieren für den Schulstart nach dem Lockdown umzusehen. Wirklich genutzt scheint die Möglichkeit aber nicht zu werden - so stehen der Suche nach mehr Platz oft praktische Probleme entgegen.

„Wanderschaft für Lehrer“ keine Option
Für Gymnasien sei ein Ausweichen auf alternative Lernorte nur in Ausnahmefällen praktikabel, meint AHS-Lehrergewerkschafter Herbert Weiß (FCG). Ein durchschnittlicher AHS-Standort habe 30 Klassen, allein in der Unterstufe seien es bis zu 20. „Wo soll ich die alle unterbringen?“

Sollten nicht alle Klassen an einem Ausweichstandort sein, wäre der Unterricht logistisch nicht möglich. „Ich kann ja die Lehrer nicht den ganzen Tag auf Wanderschaft schicken zwischen dem Schulgebäude und irgendeinem Festsaal.“

Viele Quartiere nicht geeignet
Manchmal scheitere ein Ausweichen trotz Interesses auch an praktischen Fragen, hieß es aus der Wiener Bildungsdirektion. So habe etwa eine Volksschule Räumlichkeiten an einer Universität nutzen wollen - beim Lokalaugenschein habe sich dann gezeigt, dass die Kinder zu klein für die Bänke waren. Eine Kooperation mit einem Kino scheiterte an den Lichtverhältnissen.

Zum Teil steht man noch in Verhandlungen mit Einrichtungen wie Universitäten oder Museen - wobei letztere nun aber selbst ab Montag öffnen dürfen. Die Stadt hat außerdem die Volkshochschulen zur Verfügung gestellt, noch ist eine Nutzung aber nicht fix. Gespräche gebe es auch mit dem Café Landtmann - allerdings nicht als Ausweichort für Präsenzunterricht, sondern wegen des guten W-LAN zur Nutzung als Arbeitsbereich für Distance Learning.

Mehr Platz in Schulen am Land
Am Land kommt hinzu, dass in den Schulen meist genug Platz sei, weil es weniger Kinder als früher gibt, sagte der Kärntner Bildungsdirektor Robert Klinglmair. Einen zentralen Überblick gebe es aber in der Bildungsdirektion nicht, das sei Sache der Gemeinden. Städtische Schulen würden aber zur Ausdünnung des Schulbetriebs eigene Räumlichkeiten, wie etwa Turnsäle, nützen.

„Möglichkeiten überschaubar”
In der Steiermark werde geprüft, ob im Umkreis der Schule geeignete Räumlichkeiten vorhanden sind, sollte Bedarf angemeldet werden. „Die Möglichkeiten sind allerdings überschaubar“, hieß es aus dem Büro des Bildungsstadtrats - Anfragen habe es vorerst aber ohnehin noch keine gegeben. Die Schulen wollen meist die eigenen Räumlichkeiten nutzen, um größere Abstände einhalten zu können.

Viele wollen nicht „Zwickeltag“ nicht verzichten
Uneinheitlich ist das Vorgehen der Schulen auch bei der vom Bildungsministerium empfohlenen Verschiebung von etwaigen schulautonomen Tagen zum Wiederbeginn des Präsenzunterrichts am 7. Dezember. Während im Pflichtschulbereich ohnehin oft kein freier Tag vorgesehen war, gab es auch im AHS-Bereich keine einheitliche Lösung. 

Zur Verschiebung hätten sich etwa viele Schulen deshalb entschlossen, um den Montag vor allem als „Puffertag“ für organisatorische Fragen zu nutzen, um dann am Mittwoch den Normalbetrieb starten zu können.

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