29.11.2020 18:00 |

Kultur im Lockdown

Herbert Pixner: Der Meister rebellischer Musik

Herbert Pixner ist einer der kreativsten Musiker in unserem Land. Mit seiner Band „Herbert Pixner Projekt“ bricht er seit 15 Jahren kongenial Genre-Grenzen zwischen Volksmusik aus aller Welt, Jazz, Blues und Rock. In der Pandemie erkennt der „Rebell aus den Alpen“ ein halbherziges politisches Handeln in Kulturfragen.

Wie ein Phönix aus der Asche tauchte vor fünfzehn Jahren ein damals dreißigjähriger, schlanker, attraktiver Südtiroler in der Wahrnehmung der breiten Öffentlichkeit auf und ließ mit Klängen, die man in dieser Konstellation noch nicht kannte, aufhorchen. Das aufsehenerregende Musikprojekt des Komponisten und Produzenten Herbert Pixner, der auf höchstem Niveau Diatonische Harmonika, Klarinette, Saxofon, Trompete und Percussion spielt, wurde seither zum umjubelten Allgemeingut.

Seither gab es acht Alben, die meisten davon mit Gold- und Platin ausgezeichnet, und weit über 1500 umjubelte Konzerte. Auf der Bühne bzw. im Studio stehen ihm bei diesem Projekt, welches „feinste handgemachte Musik aus den Alpen“ produziert, seine Schwester Heidi Pixner (Harfe), Manuel Randi – laut Pixner der weltbeste Gitarrist –, und der Osttiroler Werner Unterlercher (Kontrabass) zur Seite.

Vor genau einem Jahr übersiedelte Herbert Pixner mit seiner Frau Sybille und ihren beiden gemeinsamen Kindern Anna (8) und Leopold (7) von Innsbruck in das beschauliche Dorf Gnadenwald, nahe Hall in Tirol. „Wir lebten knapp zehn Jahre in Innsbruck und primär wegen der Kinder erfüllten wir uns den Wunsch, von der Stadt in eine ländliche Umgebung zu ziehen“, teilt der Musiker, den man auch den „Rebellen aus den Alpen“ nennt, im Video-Chat mit der „Tiroler Krone“ mit, „hier konnte ich mir auch den Traum vom eigenen Studio verwirklichen, das hat große Vorteile in Zeiten des Lockdowns“.

„Vermisse klare Kommunikation“
Ambivalent sieht er das Agieren in Kulturfragen, insbesondere wie sich die Situation der „freien Szene“ gegenüber gestaltet: „Die freie Szene mit ihrem Umfeld, das nicht nur aus Künstlern, sondern auch aus Technikern und Arbeitern besteht, hätte das Recht zu wissen, wie es weitergeht. Wenn man sieht, wie Einkaufstempel und Spielcasinos voll sind und die Virus-Gefahr scheinbar nur in Schulen und in Konzerten stattfindet, finde ich das beleidigend und verspüre auch Traurigkeit. Ich vermisse klare Kommunikation und Regeln seitens der Politik.“

Jubiläumskonzert wurde zum Opfer der Pandemie
Das für heuer angekündigte Jubiläumskonzert des „Herbert Pixner Projekts“ wurde auch zu einem Pandemie-Opfer. „Im Sommer fällten wir die Entscheidung, ein professionelles Konzert im Internet zu geben“, erläutert Pixner. Das Projekt ist noch bis heute um Mitternacht auf seiner Homepage (www.herbert-pixner.com) zu hören und zu sehen ist.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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