14.11.2020 06:00 |

Lockdown

Corona: Der steirische Handel ist in argen Nöten

Normalerweise läuft jetzt gerade das Weihnachtsgeschäft an - stattdessen steht der steirische Handel vor vielen Problemen. Ein neuer harter Lockdown steht bevor, bereits zuvor ging die Kundenfrequenz teils deutlich zurück, berichtet Spartenobmann Gerhard Wohlmuth.

Herr Wohlmuth, auch weite Teile des Handels stehen vor einem zweiten Lockdown - aber schon in den letzten Tagen waren viele Geschäfte von Leere geprägt. Wie ist aus Sicht des Spartenobmanns der aktuelle Stand der Dinge?
Seit die Gastro zu ist, geht im Handel vielfach gar nichts. Da merkt man wieder, wie sehr die beiden Partner zusammenhängen, dass Bummeln und Gustieren eine wichtige Kombination sind; es fehlt an Stimmung. Jetzt, wo die Coronazahlen so hoch sind, sind die Leute verunsichert, bleiben im Zweifelsfall lieber zuhause.

Welche Sparten spüren das am meisten?
Je nach Branche liegen die Rückgänge bei bis zu minus 90 Prozent, speziell bei Textil, auch Sport. Es gibt kaum Hochzeiten oder Festivitäten, da kauft man dann auch nichts Neues zum Anziehen.

Müssen viele zusperren?
Die Insolvenzen heuer sind sogar um ein Drittel niedriger als im Vorjahr. Allerdings wurden Sozialversicherung und weitere Abgaben gestundet. Wenn diese Beiträge dann schlagend werden, befürchte ich, dass die Lage sich zuspitzt.

Welche Auswirkungen hätte ein zweiter Lockdown?
Dann muss die Regierung auf jeden Fall eingreifen, den Handel dementsprechend unterstützen. Eine adäquate Abgeltung des Ausfalls ist nötig. Im steirischen Handel stehen ja 75.000 Arbeitsplätze in 21.000 Betrieben auf dem Spiel.

Was heißt adäquat?
Möglichst viel, angelehnt vielleicht an die Gastronomie, wo 80 Prozent des Ausfalls erstattet werden.

Normalerweise würde jetzt ja schon das Weihnachtsgeschäft anlaufen?
Ja, jetzt ist die Zeit, davon merkt man aber nichts.

Im Vorjahr wurden in der Steiermark 220 Millionen € zu Weihnachten umgesetzt. Ihre Prognose für heuer?
An eine solche wage ich mich seriöserweise nicht, jetzt müssen wir auch erst die Entwicklungen abwarten. Fix ist, dass sich viel auf online verlagern wird.

Von
Christa Blümel
Kommentare
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