11.11.2020 20:00 |

Gegen den Klimawandel

1000 Obstbäume für das Stiefingtal

In den letzten Jahren verschwanden viele alte Obstsorten. Die Gemeinden des Stiefingtales riefen daher eine Pflanzaktion ins Leben: Alte Sorten sollen wieder wachsen. Im Vorjahr wurden schon 500 Bäume bestellt, jetzt werden sogar mehr als 1000 Bäume gepflanzt.

Das Stiefingtal setzt ein weiteres Zeichen für die Anpassung an den Klimawandel. In Zeiten der Klimakrise wächst die Bedeutung großer Bäume mit tiefen Wurzeln. Robuste Hochstämme stehen daher im Mittelpunkt. Sie können mit steigenden Temperaturen besser umgehen. Die Bäume dienen als natürlicher Schattenspender und als Schutz vor Bodenerosion. Es werden gezielt regionale Obstsorten wie etwa die Birne „Gute Luise“ und der Apfel „Kronprinz“ ausgewählt. Bienen, Insekten und Vögel profitieren von der Artenvielfalt. Die Streuobstbäume dienen als Nist- und Wohnplatz für Klein- und Kleinstlebewesen. Sie speichern Wasser und dienen als Windschutz.

Helmut Hengsberger, Obmann des Obst- und Gartenbauvereins in Heiligenkreuz am Waasen, unterstützt die Obstbaumpflanzaktion. Besonders wichtig ist ihm die fachgerechte Pflanzung der Bäume: „Um einen eigenen, selbst gemachten guten Apfelsaft und Most genießen zu können, müssen wir die alten Apfelsorten erhalten und pflegen. Dazu gehören der Schnitt, die Düngung und die Stärkung über das Blatt.“ Sein umfangreiches Wissen über Sortenerhaltung alter Obstarten gibt er in verschiedensten Pflanz-, Schnitt- und Baumstärkungskursen weiter: „Um die Bodengesundheit und die Biodiversität zu erhalten, müssen wir die Bäume organisch und nur im äußeren Kronenbereich düngen. Die Pflanzenstärkung wird durch Mikroorganismen erzielt. Die Stärkung kann auch über die Blattaufnahme erfolgen, dafür ist Schachtelhalm- und Brennnesselextrakt bestens geeignet. Diese kann man selbst zu Hause problemlos herstellen.“

Die Gemeinde Allerheiligen bei Wildon hat bereits im Vorjahr auf einer Fläche von rund 6000 m² Obstbäume gesetzt. Dieser „Naschgarten für Groß und Klein“ wurde im Frühjahr 2020 um eine wildwachsende Blumenwiese, eine kleine Strauchhecke mit Obst und zwei Hochbeete mit Gemüse erweitert. Auf diesem klimafitten „Kraftplatz“ können Erholungssuchende die Vielfalt der Natur im Stiefingtal bewundern und viele verschiedene Pflanzen und Tiere beobachten.

Gesundes Obst können Radfahrer und Wanderer auch in Heiligenkreuz am Waasen genießen. Für jedermann frei zugänglich pflanzte die Gemeinde Obstbäume entlang von Rad- und Gehwegen.

Die Marktgemeinde St. Georgen an der Stiefing hat rund 15 Apfel- bzw. Birnenbäume entlang des Gehwegs zu den Bildungseinrichtungen (Kindergarten/Kinderkrippe, Volksschule, Mittelschule) und im Bereich der Mittelschule gepflanzt, um auf die vielen Facetten der Natur aufmerksam zu machen. Als schöner Nebeneffekt kann frisches biologisches Obst gegessen werden, ohne es kaufen zu müssen. Es wurden lauter alte Sorten (Williams, Lavanttaler, Krummstiel, Maschanzker, Bohnapfel, Schafnase, Kronprinz) gepflanzt.

Michael Jakl
Michael Jakl
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