11.11.2020 06:00 |

Konfliktzone Koralm

Verhindert ein kleines Tier das große Kraftwerk?

Die Beteiligten erfuhren es aus der „Krone“: Das Kraftwerk auf der Koralm könnte einem kleinen Tierchen zum Opfer fallen - nämlich dem streng geschützten Alpensalamander, der im Projektgebiet jetzt erstmals nachgewiesen wurde. Während sich die Gegner die Hände reiben, bleiben die Projektwerber gelassen.

Noch läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu dem Mega-Projekt auf der weststeirischen Koralm, für die Grünen gibt es aber schon jetzt nur ein mögliches Ende: „Im Rahmen der mündlichen Verhandlung wurden bereits mehrere negative Gutachten durch Amtssachverständige vorgelegt - etwa zum Thema Klima oder Gewässerökologie“, erinnert Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl.

Negative UVP?
Dass nun mit dem Alpensalamander auch noch eine seltene Spezies in dem Projektgebiet gefunden wurde, bringt für sie das Fass zum Überlaufen: „Durch den Bau des Kraftwerks würde dieses einzige Vorkommen in der kontinentalen Zone Österreichs zerstört werden“, mahnt Krautwaschl. Aus Grüner Sicht ist daher klar: „Die UVP muss negativ beurteilt werden!“

Andritz und Porr beteiligt
Die Betreibergesellschaft, an der neben zwei Privaten (vertreten durch Anwalt Georg Eisenberger) auch die Andritz Hydro sowie die Porr Bau zu je einem Prozent beteiligt sind, will zu dem laufenden Verfahren nicht viel sagen. Fragen nach Projektkosten oder Bedenken zum Umweltschutz bleiben seitens des Andritz-Konzerns unbeantwortet, man lässt sich nur so viel entlocken: „Wir würden uns freuen, nach Erhalt und Vorliegen aller Genehmigungen die Ausrüstung für dieses Projekt zu liefern, um den weiteren Ausbau von erneuerbarer Wind- und Solarenergie in Österreich zu ermöglichen“, so Sprecher Michael Buchbauer.

Beitrag zum Klimaschutz
Anwalt Georg Eisenberger stört vor allem eines: „Das Projekt als wichtige Speicheranlage für alternative Energie liefert einen wesentlichen Klimaschutz-Beitrag. Dies wird auch dem Alpensalamander, der ja alpine Lebensräume braucht, zugute kommen. Es ist und bleibt für uns nicht nachvollziehbar, dass gerade grüne Gruppierungen derart wichtige Umweltprojekte bekämpfen.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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